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Poller-Pläne machen Stadt ganz kirre

Wie ein Stachel: Die Elektro-Poller in der Ueckerstraße teilen die Innenstadt und auch die Meinungen der Bürger.  FOTO: NK-Archiv
Wie ein Stachel: Die Elektro-Poller in der Ueckerstraße teilen die Innenstadt und auch die Meinungen der Bürger. FOTO: NK-Archiv

Wieder ist ein Jahr ins Land gegangen, wieder haben zehn Fachleute die Ueckermünder Innenstadt gedanklich hin und her gedreht. Was stimmt da nicht mit dem Innenstadtverkehr? Die mehrheitliche Empfehlung der Arbeitsgruppe verkündete Andreas van der Heyden jüngst im Fachausschuss Bau, Ordnung und Sicherheit: Die Meinungen gingen weit auseinander, nur in einem Punkt waren sich die Verkehrs-Fachleute einig, nämlich dass die Poller, so wie sie jetzt platziert sind, falsch stehen. Sie teilen die Innenstadt. Die Elektropoller sollten deshalb vor die Brücke versetzt werden, damit die Durchfahrt durch die Innenstadt nicht mehr möglich ist.

Einige Ausschuss-Mitglieder mussten schlucken, als van der Heyden dieses Ergebnis als Quintessenz aus den sechs Beratungen verkündete. Was einst als Aprilscherz in unserer Zeitung für Lacher und Kopfschütteln sorgte, nämlich eine Schranke vor die Ueckerbrücke zu setzen und Brückenzoll zu kassieren, das könnte also bald tatsächlich so sein. Bis auf den Brückenzoll.

Einige Ausschussmitglieder wollten allerdings noch konsequenter sein, und die Ueckerstraße gleich nach dem Kreisverkehr durch Poller vom Durchgangsverkehr befreien. Dieser Gedanke wurde verworfen.

Aber auch bekannte Argumente wurden wieder aufgewärmt, neue Ideen gab es nicht. So recht Lust auf eine weitere Debatte schienen die Stadtvertreter und berufenen Bürger allerdings nicht zu haben. Lediglich Stadtvertreter Martin Wünscher plädierte leidenschaftlich für eine verkehrsberuhigte Altstadt. Durchgangsverkehr hat in der mittelalterlichen Innenstadt nichts zu suchen. „Kern der Debatte sollten nicht die Poller sein, sondern die verkehrsberuhigte Altstadt. Das ist es doch, was wir von Anfang an wollten“, erklärte er. Darauf sollten sich alle besinnen.

Aus dem Fachausschuss gibt es keine klare Empfehlung, sondern wieder nur einen Varianten-Vorschlag für die nächste Stadtvertretung. Erstens: Die Poller werden vor die Brücke versetzt. Zweitens: Über die Kirchgasse oder die Schlossallee kann der Durchgangsverkehr aus beiden Richtungen durch die Stadt. Drittens: Die Poller bleiben zeitweise außer Betrieb, und zwar im Sommer von 6 bis 9 Uhr und von 20 bis 23 Uhr, im Winter von 6 bis 23 Uhr. Nun liegt die Entscheidung bei den Stadtvertretern.

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