Riesenschlange landet auf dem Seziertisch in Rostock

Sparsamer Geselle: Ein Python kann mit einem Kaninchen einen Monat lang auskommen. Die in Ueckermünde tot gefundene Schlange allerdings wirkte „sehr verhungert“. [KT_CREDIT] FOTO: Malte Christians/DPA
Sparsamer Geselle: Ein Python kann mit einem Kaninchen einen Monat lang auskommen. Die in Ueckermünde tot gefundene Schlange allerdings wirkte „sehr verhungert“. [KT_CREDIT] FOTO: Malte Christians/DPA

Ueckermünde.Der Python, der in einem Graben an der Ueckermünder Kamigstraße tot gefunden wurde, dürfte mittlerweile in Rostock angekommen sein. Tierärztin Eve Nau vom Kreis-Veterinäramt hatte den Kadaver aus dem Ueckermünder Feuerwehrhaus am Donnerstag abgeholt und dann weiter auf die Reise geschickt. „Das Tier kommt zur pathologischen Untersuchung zum Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei nach Rostock“, informierte die Tierärztin. Dabei soll unter anderem die Todesursache der Schlange untersucht werden, und vielleicht finden die Pathologen auch einen Chip, der Auskunft über Besitzer und Herkunft gibt. Dass die Schlange einen implantierten Chip hat, glaubt Horst Steinmann nicht. Der Schlangen-Experte aus dem Ueckermünder Tierpark weiß, dass sich jeder, der Interesse daran hat, einen Python bestellen und kaufen kann. „Für 50 Euro gibt es die schon im Kleinformat“, sagt der Fachmann.
Eigentlich sollte die gefundene Schlange registriert sein, denn solche Reptilien müssen bei den Behörden gemeldet werden. „Aber das kann wohl keiner kontrollieren“, sagt Horst Steinmann. Deshalb glaubt er, dass die Suche nach dem Besitzer schwierig sein dürfte. Der Python von Ueckermünde wirkte „sehr verhungert“ , hat der Fachmann gesehen.
Bei etwas mehr Wärme hätte das Tier auch am Haff eine Überlebenschance gehabt. 20 bis 30 Grad Celsius hätten gereicht, und das Futterangebot in und an den Flüssen und Kanälen wäre vermutlich ausreichend gewesen. Denn ein Python ist ein vergleichsweise sparsamer Fresser. Mit einem Vier-Kilo-Kaninchen kommt so ein Tier etwa einen Monat aus.
In der kommenden Woche, hieß es aus dem Kreis-Veterinäramt, sind die Untersuchungsergebnisse aus der Pathologie zu erwarten.ls

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