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Rolli-Segler startet mit neuer Chefin in die Saison

VonLutz Storbeck

Eine Weile hat es gedauert, doch nun hat der Rolli-Segler „Wappen
von Ueckermünde“
eine neue Führungscrew. Und zwar eine gemischte. Schiffsführerin für
die neue Saison wird
die Niederländerin
Elskarin Klarenbeek sein, und als Steuermann steht ihr Jonathan Binder zur Seite. Dazu gibt es auch nigelnagelneue Technik
zum Navigieren.

Ueckermünde.Allerhand Neues gibt es von der „Wappen von Ueckermünde“ zu berichten. Die Suche nach einem neuen Schiffsführer war erfolgreich, wie Horst Gollatz und Georg Führer vom Förderverein des Rolli-Seglers berichten konnten. Dabei wird die Tradition fortgesetzt, denn in der diesjährigen Saison wird nach Daniela Gollatz erneut eine Frau das Kommando auf dem Segler haben. 42 Jahre alt ist Elskarin Klarenbeek. Sie stammt aus den Niederlanden und ist nach eigenen Angaben schon 42 Jahre lang auf dem
Wasser unterwegs. Das Skipper-Handwerk hat sie unter anderem beim Vater erlernt, bei dem sie auch drei
Jahre lang als Matrose mitgefahren ist. Dann ging sie ihre eigenen Wege, ist ein Dutzend Jahre auf Charterschiffen gefahren, bis ihr das zu langweilig wurde und sie neue Herausforderungen gesucht hat. Die hat sie gefunden, als sie in ihrer Heimat zu Segeltörns mit sozial benachteiligten Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren aufbrach. Über Umwege hörte sie, dass für die „Wappen“ ein neuer Schiffsführer gesucht wird – und weil die Arbeit ihrer vorhergehenden ähnelt, hat sie zugesagt und ist in der Saison 2013 Chefin an Bord.
Ihr zur Seite steht Jonathan Binder. Der 25-Jährige hat seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Jugendhilfe auf Segelschiffen“ geschrieben. Das passt ebenfalls bestens zu dem, was den jungen Mann an Bord der „Wappen“ erwartet. Ganz unbeleckt ist der Mann aus Aurich nicht, sondern hat schon praktische Erfahrungen auf kleineren Schiffen gesammelt.
Neu an Bord ist auch ein digitaler Kartenplotter. „Wir haben uns bei der Firma Walbusch um den Sozialpreis 2012 beworben. Und den haben wir auch bekommen – und damit 5000 Euro, die in ein zweckgebundenes Projekt fließen sollten“, erklärt Horst Gollatz vom Förderverein. Mit dem Gerät sei es nun möglich, das Schiff zu navigieren, Seekarten zu nutzen oder auch andere Schiffe zu identifizieren.
Eine geniale Sache, dennoch, sagt Schiffsführerin Elskarin Klarenbeek, braucht man natürlich an Bord auch eine erfahrene Besatzung. Die muss sich in den Segel-Revieren auskennen, und deshalb hat sie gemeinsam mit Gollatz in den vergangenen Tagen auf der „Greif von Ueckermünde“ das Haff erkundet, sich über Häfen, Werkstätten und Einkaufsmöglichkeiten informiert.
Insofern kann es also losgehen mit den Törns. Die „Wappen“ bietet übrigens Platz für zwölf Gäste, darunter für bis zu fünf Rolli-Fahrer.

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l.storbeck@nordkurier.de

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