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Schau erzählt von der Kraft des Lebens

Das ist sie, die kleine Luckower Fachwerkkirche. Ab 3. Mai zieht die Kunst wieder in das Gotteshaus ein.
Das ist sie, die kleine Luckower Fachwerkkirche. Ab 3. Mai zieht die Kunst wieder in das Gotteshaus ein.

VonUta Bilaczewski

In der Kirche werden in
der Regel Gottesdienste abgehalten. Aber nicht nur das. Die schönen Gemäuer eignen sich auch perfekt für Kunst und Kultur. So auch die kleine Fachwerkkirche
in Luckow. Jeden Sommer zieht ein Hauch von Kunst
in die Räume ein.

Luckow.Es ist wieder soweit – die Sonne steht höher, die Tage werden länger und in Luckow beginnt der traditionelle Kunstsommer. Im letzten Jahr hat ein Vorbereitungskreis das Erbe des verstorbenen Pastors Wulf Gaster angetreten. Und das mit Erfolg, finden sowohl die Besucher der Ausstellungen als auch das Organisationsteam. Zur ersten Vernissage in diesem Jahr wird nun am Freitag, 3. Mai, um 19 Uhr in die kleine Fachwerkkirche eingeladen. Sie steht unter dem Motto „Intensität des Lebens“. Die Gäste dürfen sich dann unter anderem an Grafiken des bekannten Künstlers Professor Armin Münch aus Rostock erfreuen. Dem Vorbereitungskreis ist es eine besondere Ehre, eine Auswahl seiner Bilder in der Dorfkirche ausstellen zu dürfen.
Von 1950 bis 1955 absolvierte Münch ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seine Diplomarbeit: „Die Fischer vom Kap Arkona“. 1970 wurde Münch mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet, bevor er dann 1976 Professor wurde. Er lehrte im Laufe seines Lebens beispielsweise in Berlin, Greifswald und Rostock. Zu seinen bekannten Bilder-Zyklen gehören Moby Dick und Meermenschen. Münch gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Zeichner Mecklenburg-Vorpommerns. Vor allem das Meer ist es, was ihn als Künstler stets inspiriert.
Neben Professor Armin Münch wird auch Michael Behnisch seine Werke in Luckow unter dem Titel „Intensität des Lebens“ ausstellen. Der Eggesiner Künstler präsentiert seine Skulpturen ebenfalls ab 3. Mai in der Kirche. Viele kunstinteressierte Menschen der Region kennen seine Eggesiner Hofgalerie, die er gemeinsam mit seiner Frau betreibt. So öffnet die Galerie auch zu Kunst:Offen wieder ihre Türen und man kann Hannelore und Michael Behnisch bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
Die Laudatio zur Ausstellung wird Hans-Joachim Althaber halten. Der Torgelower gehört selbst zum Vorbereitungskreis des Luckower Kunstsommers. Von Mitorganisatorin Helga Lüdtke wird er sogar als Motor der Veranstaltungsreihe bezeichnet. Er sprühe gerade zu voller Ideen und Energie, heißt es von Arbeitskreis-Mitglied Ilse Gebhardt. Musikalisch wird Petra Henrich gemeinsam mit Angela Frank-Babin die Vernissage begleiten.
Gleichzeitig stellen in Luckow im „Kleinen Kabinett“, also im Seitenflügel der Kirche, „Maler vor Ort“ Arbeiten aus ihrem aktuellen Schaffen vor. Diesmal, also auch ab 3. Mai, die Luckowerin Brigitte Friedrich. Das dürfte dann wohl ganz der Philosophie des verstorbenen Wulf Gasters entsprechen. Denn ihm war es in all den Jahren stets ein Bedürfnis nicht nur großen Künstlern eine Chance zu bieten, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Wer bei uns ausstellen möchte, kann das gern tun. Wir sind eine Kirche und keine Galerie“, betonte Ilse Gebhardt. Die Gemeinschaftsausstellung wird bis zum 10. Juni in Luckow zu sehen sein.
Drei weitere Ausstellungen werden in diesem Sommer noch folgen. So stellen vom 14. Juni bis zum 18. Juli Karl Zimmermann (Ueckermünde) und Hans Giger (Eichhof) in Luckow ihre Werke aus. Bevor dann am 19. Juli mit einer Vernissage die Schau der polnischen Künstlerin Wanda Zychniewicz, Vorsitzende des Kunstvereins „Saie“ in Stettin, und ihrer Tochter eröffnet wird. Im September soll es dann eine weitere Ausstellung geben.
Der Arbeitskreis freut sich nun erstmal auf einen hoffentlich gelungen Kunstsommerauftakt 2013 am 3. Mai. Bei einem Gläschen Wein und einem süßen und herzhaften Imbiss haben die Gäste dann die Möglichkeit über das Gesehene ins Gespräch zu kommen.

Kontakt zur Autorin
u.bilaczewski@nordkurier.de

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