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Schmatzi-Tag: Hört ihr die Regenwürmer husten?

VonKatja Müller

Fressen Regenwürmer Klebeband? Wie atmen diese kleinen Kompost-Schmatzer eigentlich? Diesen und vielen anderen Fragen sind die Ferdinandshofer Förderschüler auf
den Grund gegangen.

Ferdinandshof.Jeder Mensch produziert Abfall. Doch wohin damit? Die Mädchen und Jungen der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ in Ferdinandshof wissen es seit gestern nun ganz genau. Und vor allem kennen sie auch die vielen kleinen Helfer, die beispielsweise im Komposthaufen für Ordnung und Erneuerung sorgen. Denn Familie Regenwurm und die vielen Verwandten spielten gestern eine entscheidende Rolle beim Umwelttag der Förderschule. Alle Mädchen und Jungen hatten die Ärmel hochgekrempelt und fleißig mit angepackt. Doch zuvor stand die Theorie auf dem Plan. „Wir haben ihnen die Funktionsweise eines Komposthaufens erklärt und auch die Tiere behandelt, die dort eine entscheidende Rolle spielen“, erklärt Pädagogin Christiane Tietz-Wilfarth.
Auf Plakaten wurden die einzelnen Stationen der Eigenkompostierung aufgezeichnet. Und für das beste Plakat gab es am Ende sogar noch einen Preis von der Abfallberaterin. Auch Würmer aus Stoffresten wurden genäht. Es drehte sich alles um die Kompost-Schmatzer-Familie Wurm. In kleinen Gläsern wurden verschiedene Erd- und Grasschichten gefüllt und dann Würmer eingesetzt. „So haben sie schon einmal im Kleinen gesehen, wie es funktioniert und wie viel die Würmer bewirken können“, sagt Christiane Tietz-Wilfarth. Doch noch viel anschaulicher und größer ist der Komposthaufen, der gestern auf dem Schulgelände im Gartenweg aufgestellt wurde. Mit Hilfe der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten GmbH (GWW) und auch der Freiwilligen Feuerwehr Ferdinandshof ging dann gestern Vormittag alles ganz flott. Immerhin stand nicht nur der Bau eines Komposthaufens auf dem Plan der Schüler. Eine Kräuterschnecke wurde zunächst geplant und dann gebaut. Die Kräuter haben die Mädchen und Jungen auch selbst gepflanzt – aber immer mit einer helfenden Hand der Pädagogen. Unterstützung beim Bau der Nistkästen und der Kräuterschnecke gab es zudem von der Unteren Naturschutzbehörde.
Mit der Kräuterschnecke schließen die Schüler ein weiteres kleines Loch in der Selbstversorgung. Denn in der angrenzenden Küche – wo es gestern frische Rohkostsalate gab – wird auch sonst frisch gekocht. „Wir nutzen den Garten auch für die eigene Küche, das ist sehr praktisch, da die Kinder dann auch sehen, dass es nicht nur Lebensmittel im Supermarkt gibt. Und sie merken auch, dass selbst Kräuter ein wenig Pflege brauchen“, erklärtChristiane Tietz-Wilfarth.
Und wenn dann Reste anfallen, kommen diese ab sofort in den neuen Komposthaufen. Der ist sogar mit einer Scheibe versehen, so- dass die Kinder das Tagwerk der Regenwürmer auch stets bestaunen können. Aber was ist denn nun mit den Regenwürmern? Atmen die wie Menschen? Nein, natürlich nicht, wissen die Kinder.Regenwürmer haben nämlich keine Lungen. Würmer nehmen den Sauerstoff über die Haut auf. Und damit die Schmatzi-Regenwürmer des Ferdinandshofer Komposthaufens auch weiterhin gute Arbeit leisten, brauchen sie stets genügend Feuchtigkeit. Dafür werden die Schüler jetzt sorgen. Auch dafür, dass kein Klebeband oder gar anderer Müll auf den Komposthaufen kommt. „Nur Biomüll kommt dort rauf. Die Schmatzis mögen kein Plastik“, wissen die Kinder.

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k.mueller@nordkurier.de

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