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Schüler sagen Rechtsextremismus mit viel Kreativität den Kampf an

Einen Tag lang setzten sich Ueckermünder Schüler mit rechtsextremem Gedankengut in künstlerischer Form auseinander. [KT_CREDIT] FOTO: Schule
Einen Tag lang setzten sich Ueckermünder Schüler mit rechtsextremem Gedankengut in künstlerischer Form auseinander. [KT_CREDIT] FOTO: Schule

„Farbe bekennen gegen Rechts“ – so heißt das neue Projekt des Vereins Tacheles UER e.V. aus Ueckermünde.
Kürzlich trafen sich 18 Schüler der Klasse 7a
der Regionalen Schule Ueckermünde in der Jugendherberge Bellin,
um an dem Projekt teilzunehmen.

Ueckermünde/Bellin.Einen Tag lang setzten sich die Schüler mit rechtsextremem Gedankengut in künstlerischer Form auseinander. „Es ist das erste Mal, dass wir uns mit dem Thema des Rechtsextremismus so intensiv beschäftigen,“ meinten die Schüler.
Ihre Ideen und Vorstellungen sollten unter Anleitung im Umgang mit Farben auf Leinwänden frei umgesetzt werden. „Das ist auch sehr gut gelungen“, finden die Schulsozialarbeiterin Ramona Gronow und die Klassenleiterin Kerstin Haack. „Je intensiver sich die Schüler damit beschäftigten, desto kreativer wurden sie auch“, sagen sie. Für den mentalen Einstieg wurde sich schon im Unterricht auf den Tag vorbereitet. In der 7. Klasse sei der Lehrstoff in Geschichte und Sozialkunde noch nicht umfassend behandelt. „Je früher wir beginnen, desto nachhaltiger sind unsere Veranstaltungen auch“, sagt jedoch die Vereinsvorsitzende Irina Rimkus und macht darauf aufmerksam, dass bis zum Schulabschluss so noch Zeit wäre für weitere Projekte.
Schüler und Lehrer wollen nun diesen Tag zum Anlass nehmen, um sich in Zusammenarbeit mit dem Verein eine Filmdokumentation über einen Zeitzeugen der Konzentrationslager Dachau und Auschwitz anzusehen und im kommenden Schuljahr eine Fahrt in die Mahn- und Gedenkstätte nach Ravensbrück zu unternehmen.
„Unsere Bilder werden auch in der Wanderausstellung zu sehen sein“, freuten sich die Schüler. Der Verein hatte bereits zuvor mit Schülern der Regionalen Schule Eggesin das gleiche Projekt durchgeführt und organisiert nun an verschiedenen Einrichtungen die Ausstellung mit den Bildern der Schüler. Die Vereinsmitarbeiterin Karina Wodke ist überzeugt davon, dass sich die Ergebnisse wirklich sehen lassen können und die Schüler stolz sein dürfen auf ihre Meisterleistungen. Diese Art der Projektarbeit, auch zu diesem brisanten Thema, gefiel den Schülern. Irina Rimkus und Karina Wodke begleiteten die Schüler durch den Tag. „Unsere Gespräche mit Schülern und Jugendlichen sind fester Bestandteil unserer Arbeit“, sagten sie. So sei es wichtig zu betonen, dass es auf den Mut des Einzelnen ankommt, um sich im Alltag gegen Ausländerhass, Intoleranz und Menschenfeindlichkeit aufzulehnen. Zivilcourage im Engagement gegen Rechtsextremismus sei genauso wichtig, wie die sozialen und kulturellen Probleme anzumahnen. Armut und Ausgrenzung würden Rechtsextremismus nur befördern, meint der Verein. Er bietet neben Bildungsfahrten in Mahn- und Gedenkstätten auch Ausstellungen, Kinobesuche und Filmdiskussionen, DVD-Abende, Sozialberatungen und mehr an. Bei Interesse bitte wenden an: 03977153940 oder www.tacheles-uer.de.
Der Verein bedankt sich bei der Amadeu Antonio Stiftung und der Jugendherberge Bellin, die das Projekt ermöglichten.nk

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