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Schweizer Kuhglocke läutet neue Heiz-Ära in Eggesin ein

VonLutz Storbeck

Experten haben sich den Kessel im Eggesiner Heizkraftwerk angesehen und festgestellt, dass er repariert werden müsste. Doch das wäre teuer geworden. So wurde Neues installiert. Statt eines großen Kessels wurden zwei kleinere eingebaut, und jetzt gab es einen Tag der offenen Tür im Heizhaus.

Eggesin.Schon von außen ist gut zu erkennen, dass hier Holz eine große Rolle spielt. Die Fassade des Heizwerkes ist mit Holz beplankt. Auch im Heizhaus spielt das material die Hauptrolle. Schließlich werden die beiden neu installierten Kessel ausschließlich mit Holz gefüttert. Um etwa 1000 Wohnungen und vier kommunale Gebäude mit Fernwärme zu versorgen, wird viel von dem Rohstoff benötigt. Elke Beltz vom Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft Eggesin weiß auch genau, wie viel das ist. „Im Winter werden pro Tag etwa 80 bis 90 Kubikmeter Holzhackschnitzel verfeuert“, sagt sie. Übers Jahr gerechnet liegt der Bedarf bei etwa 18000 Kubikmetern. Probleme mit dem Nachschub gibt es zwar nicht, sagt Elke Beltz. Dennoch sind die Eggesiner für alle Fälle gerüstet. Auf den Lagerplätzen türmt sich das Heiz-Holz. Etwa 3000 bis 4000 Kubikmeter sind das, und damit kommt man schon eine Weile über die Runden.
Im Heizhaus in der Karl-Marx-Straße sind zwei Kessel der Schweizer Firma Schmid eingebaut worden. „Darüber sind wir ganz froh, diese Firma hat auch schon den ersten Kessel geliefert, und mit dem waren wir zufrieden“, sagt Elke Beltz. Zufrieden waren die Eggesiner auch mit den Firmen, die trotz des langen Winters gute Arbeit im und am Heizhaus abgeliefert haben. „Es waren ausschließlich Firmen von hier“, sagt Elke Beltz. Die Schweizer haben übrigens als Gastgeschenk zur offiziellen Einweihung eine original Schweizer Kuhglocke mitgebracht. Nach einem Rundgang mit interessierten Eggesinern zum Tag der offenen Heizhaus-Tür ließ es sich Bürgermeister Dietmar Jesse nicht nehmen, die Glocke zu läuten. Das konnte er getrost mehrfach tun, denn der offizielle Teil mit den offiziell geladenen Gästen war da schon vorbei.
Übrigens hat die neue Technik auch in der Nachbarstadt Neugier ausgelöst. Wolfgang Witte, Geschäftsführer der Stadtwerke Torgelow, hat die neue Eggesiner Anlage in Augenschein genommen.
Claus Weinmann hat sich das Heizhaus angesehen. Und genau wie die anderen Besucher war auch er erstaunt, dass es dort so sauber aussieht und dass in der ganzen Anlage lediglich eine Fachkraft arbeitet.

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