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Schwere Zeiten für die Radfahrer

Einige Verkehrssünden wiegen künftig schwerer auf Justizias Waage. Foto: D. Ebener/dpa
Einige Verkehrssünden wiegen künftig schwerer auf Justizias Waage. Foto: D. Ebener/dpa

Ueckermünde (AK).Radweg nicht benutzt, Rechtsfahrgebot nicht beachtet, kein Licht am Rad, falsch geparkt – das wird teuer! „Schon kleinste Verkehrssünden werden künftig stärker geahndet“, sagt Matthias Krins, Fachanwalt für Verkehrsrecht. Am 1. April 2013 trat mit der Änderung der Straßenverkehrsordnung auch ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft. Damit werden bestimmte Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung für die Bürger teurer. Dies betrifft vor allem rücksichtslose Radfahrer und Parksünder. Die Bußgelder haben sich durchschnittlich um 5 bis 10 Euro erhöht. Parallel hierzu werden einige Regeln genauer gefasst, damit Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger, besser miteinander auskommen. Die neue Straßenverkehrsordnung besagt nun, dass Fahrradfahrer auf Fußgänger Rücksicht nehmen müssen und diese nicht behindern oder gefährden dürfen.
In der Neufassung ist nunmehr festgelegt, dass Fahrradfahrer, die die für sie freigegebenen Gehwege oder Fußgängerzonen benutzen, Rücksicht auf den Fußgängerverkehr zu nehmen haben, der dort nämlich generell „Vorfahrt“ hat. Sie dürfen lediglich Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen, wenn nötig, sogar warten. Auch hinsichtlich der Autofahrer haben Radfahrer, die die Straße benutzen, grundsätzlich die Lichtzeichen der Autos zu beachten und dürfen nicht, je nach Lage, die für Fußgänger bevorzugen.
Radfahrer müssen grundsätzlich die rechte Fahrbahnseite benutzen. Sofern ein Radweg durch ein blaues Schild als solcher gekennzeichnet ist, ist ausschließlich dieser und nicht die Straße zu nutzen. Ist kein ausgewiesener Radweg vorhanden, so ist vom Radfahrer ausschließlich die Straße zu befahren. Auf linken Radwegen ohne blaues Schild darf nur gefahren werden, wenn dieser durch das Zusatzschild „Radverkehr frei“ gekennzeichnet ist. Kinder bis acht Jahre müssen, Kinder bis zehn Jahre dürfen Gehwege benutzen. Bei Verstoß gilt: Verwarngeld 20 bis 35 Euro.
Daneben ist nunmehr vorgeschrieben, dass das Licht am Rad immer von einem Dynamo betrieben werden und bei Dunkelheit eingeschaltet sein muss. Eine Ausnahme bilden lediglich Rennräder, die leichter als 11 Kilogramm sind. Nur bei diesen dürfen auch batteriebetriebene Leuchten verwendet werden. Bei Verstoß: Verwarngeld 20 bis 35 Euro.
Wer zu viel Alkohol getrunken hat und mit dem Fahrrad fährt, kann seinen Führerschein verlieren oder dieser wird gar nicht erst ausgestellt. Ab 1,6 Promille ist die Teilnahme am Straßenverkehr auch für Radfahrer verboten. Aber auch schon 0,3 Promille können problematisch sein, wenn der Radfahrer sich auffällig verhält. Bei einem Verstoß gilt: 7 Punkte in Flensburg, Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.
Beim Radfahren Musik zu hören ist grundsätzlich erlaubt, jedoch darf die Lautstärke die Wahrnehmung des Radfahrers nur minimal beeinträchtigen. Bei einem Verstoß gilt: Verwarngeld 10 Euro. Auch das Telefonieren auf dem Fahrrad oder das Schreiben einer SMS ist verboten, wenn hierzu das Handy in die Hand genommen werden muss. Bei Verstoß gilt: Verwarngeld 25 Euro. Hat der Radfahrer jedoch eine entsprechende Vorrichtung an seinem Fahrrad angebracht, die ihm ein freihändiges Telefonieren ermöglicht, ist dies erlaubt.
Hinsichtlich der Falschparker wurden ebenfalls die Bußgelder neugefasst und um durchschnittlich 5 bis 10 Euro erhöht. So steigt das Verwarngeld für das Parken ohne Parkschein von 5 auf 10 Euro. Die Überschreitung der Parkdauer bis 60 Minuten von 10 auf 15 Euro. Auch das Parken auf Radwegen kostet künftig bis zu 30 Euro Verwarngeld. Bislang waren die seit vielen Jahren nicht angepassten Strafen vielfach niedriger als die Parkgebühren. Eine Reform der Verkehrssünderkartei in Flensburg blieb bisher aus. Wer sich genauer informieren möchte, kann dies auf der Internetseite des Verkehrsministeriums www.bmvbs.de tun.

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