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Sein Partner mit der kalten Schnauze

VonMatthias Menge

Ein Polizeihund muss im Einsatz einiges aushalten.
Ob er sich für brenzlige Situationen eignet, wird regelmäßig überprüft.
Eine Herausforderung – auch für sein Herrchen.

Uecker-Randow.Aufatmen bei Diensthundführer Markus Pröchel: Den ersten Teil der Prüfung mit Diensthund Aik, einem belgischen Schäferhund, hat er bestanden. Nur kleine Abweichungen stellen die Prüfer fest.
Insgesamt sieben Diensthundführer sind an diesem Tag mit ihren Polizeihunden zur Ausbildungsstätte nach Altwarp gereist. Sie kommen von der Bundespolizei aus Rostock, Stralsund und Pasewalk. Die Hunderassen sind bunt gemischt: Ein Riesenschnauzer, ein holländischer Herder, ein deutscher Schäferhund sowie vier belgische Schäferhunde stellen sich der Prüfung. Polizeihauptmeister Heiko Wittig und Polizeihauptkommissar Klaus Stiewe begutachten dabei jeden Schritt, jede Bewegung des Diensthundes. Aber auch der Diensthundführer steht bei der Prüfung unter Beobachtung.
Wittig ist Diensthundelehrwart der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt und damit zuständig für die Polizeihunde in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In beiden Bundesländern gibt es insgesamt 30Diensthunde. „Der Einsatz der Hunde wird stark nachgefragt. Die Kollegen sind oft bei Fußballspielen oder Demonstrationen am Wochenende im Einsatz“, erklärt Heiko Wittig. „Aber auch unsere Sprengstoffspürhunde werden häufig eingesetzt, zum Beispiel in Bahn-höfen oder bei der Vorbereitung von hohen Staatsbe-
suchen.“ Die Hunde werden zunächst als Schutzhund ausbildet und können danach auch zum Sprengstoff-
spürhund qualifiziert werden.
„Wir müssen überprüfen, ob der Hund sich nichts aus Schüssen macht. Wäre das nicht so, ist dies ein absolutes Ausschlusskriterium. Der Hund wäre in Einsätzen nicht zu gebrauchen“, sagt Klaus Stiewe, der als externer Prüfer von der Bundespolizeidirektion Hannover angereist ist. „Leider werden während der Anreise zu Fußballspielen auch immer wieder Böller gezündet, das müssen die Hunde aushalten können.“ Auch Hunde, die ihren Diensthundführer bei Angriffen nicht verteidigen, sich in die Flucht jagen lassen oder nicht auf Kommandos reagieren, haben die Prüfung nicht bestanden.
„Das kommt schon mal vor und hat Nachprüfungen zur Folge“, berichtet Heiko Wittig. „Wir müssen uns im Einsatz hundertprozentig auf die Hunde verlassen können.“ Daher werden Diensthundführer mit ihren Hunden jedes Jahr einer Einsatzeignungsüberprüfung unterzogen.
Nachdem alle ihre Prüfungen absolviert haben, ruft Wittig sie zur Abschlussbesprechung zusammen. „Ich kann feststellen, dass alle Diensthundführer mit ihren Diensthunden die diesjährige Einsatzeignungsprüfung bestanden haben.“ Erleichterung macht sich bei den Polizisten breit und es gibt sogar Applaus. Den quittieren die Diensthunde mit lautem Bellen – bis zur Prüfung im nächsten Jahr.

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