Nordkurier.de

Spezial-Truppe nicht einsatzbereit

Die Anklamer DRK-Wassergefahrengruppe muss ihr Boot über weite Strecken durch das Wasser schieben, weil es zu flach für einen Einsatz des Motors ist. Derzeit sind die Helfer bei Lobtau in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Die Wassergefahrengruppe Uecker-Randow ist derzeit nicht einsatzbereit.  [KT_CREDIT] FOTOs: ZVG/DRK
Die Anklamer DRK-Wassergefahrengruppe muss ihr Boot über weite Strecken durch das Wasser schieben, weil es zu flach für einen Einsatz des Motors ist. Derzeit sind die Helfer bei Lobtau in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Die Wassergefahrengruppe Uecker-Randow ist derzeit nicht einsatzbereit. [KT_CREDIT] FOTOs: ZVG/DRK

VonLutz Storbeck

Hochwasser, Sandsäcke, Helfer – diese Worte sind gegenwärtig in aller Munde. Aus ganz Deutschland reisen Freiwillige an, um an der Elbe zu helfen. Auch aus Vorpommern, doch bislang war noch keine Rede von einem Einsatz der DRK-Leute aus dem Südkreis in den Katastrophengebieten.

Uecker-Randow.Bis vor wenigen Tagen hatte Dirk Sattelmair noch den Hut auf als Kreisbereitschaftsleiter des DRK Uecker-Randow. Dann hat er sein Amt niedergelegt, sagt Peggy Wirth, die nunmehr allein als Kreisbereitschaftsleiterin in der Pflicht steht. Und zwar ehrenamtlich. Zuständig ist die Eggesinerin für das Kreis-Auskunftsbüro, für die Wassergefahrengruppe, den Betreuungszug und den Sanitätszug. Also Gruppen, die gut in den Hochwassergebieten helfen könnten. Es aber derzeit nicht tun.
Was die Truppen angeht, scheint jetzt einiges in Bewegung geraten, denn Peggy Wirth spricht von einem Umbruch. Mehr könne und wolle sie zu dem Thema noch nicht sagen. Was einen Einsatz in den Hochwassergebieten angeht, so habe es „noch keine Anforderung gegeben“. Die in Frage kommenden DRK-Katastrophenhelfer seien nichtsdestotrotz startklar und haben ihre Taschen gepackt.
„Jeder ist darauf gefasst, dass es jeden Moment losgehen kann“, sagt Peggy Wirth. Zudem laufen derzeit die Abfragen nach Material und Technik, die das DRK stellen könnte. Wie es um die Technik aussieht, die derzeit in Eggesin stationiert ist, dazu wollte sich die Kreisbereitschaftsleiterin nicht äußern. Was darauf schließen lässt, dass bei diesem Thema einiger Klärungsbedarf besteht. Klar ist aber mittlerweile, dass es beim Sanitätszug und auch bei der Wassergefahrengruppe derzeit erhebliche personelle Probleme gibt. „Für den Sanitätszug brauchen wir eigentlich 22 Leute, zurzeit sind aber nur sieben einsatzbereit“, sagt Peggy Wirth. Und bei der Wassergefahrengruppe ist der gegenwärtige Zustand „alarmierend“. Aber: Die Truppe befindet sich gegenwärtig im Neuaufbau, sagt Peggy Wirth. Um die Spezialisten-Truppe wieder einsatzfähig zu bekommen, werdennach Angaben der Kreisbereitschaftsleiterinsieben bis acht Leute benötigt. Die bräuchten außer einer Erste-Hilfe-Ausbildung unter anderem noch den Führerschein für ein Rettungsboot und die Rettungsschwimmerstufe in Silber, erklärt die Kreisbereitschaftsleiterin. Insofern dürfte es nicht ganz einfach sein, geeignete Fachleute für diese Gruppe zu finden. Wegen des Hochwassers habe das DRK derzeit spürbaren Zulauf. Die Menschen wollen helfen. Vielleicht hat das zur Folge, dass kurzfristig die Wassergefahrengruppe wieder auf die Beine gestellt wird und vielleicht auch ihren Beitrag bei der Hochwasserhilfe leisten kann.
„Eine Anforderung für Ueckermünde ist mir derzeit nicht bekannt“, teilte zudem auf Nachfrage Achim Froitzheim mit, Pressesprecher der Kreisverwaltung. „Ich kann im Moment nur bestätigen, dass es bei der Wassergefahrengruppe in Ueckermünde Probleme gibt. Wir analysieren diese und prüfen, wie wir schnellstmöglich eine Lösung herbeiführen können, mit der auch die Einsatzbereitschaft der Gruppe wieder gegeben sein wird“, so der Pressesprecher weiter.

Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×