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Unsere tapferen Feuerwehrleute: Freiwillig in die „Folterkammer“

Bevor es auf die Hindernisstrecke ging, musste die Kameraden unter anderem die Endlosleiter besteigen und eine Minute auf dem Ergometer strampeln. [KT_CREDIT]
Bevor es auf die Hindernisstrecke ging, musste die Kameraden unter anderem die Endlosleiter besteigen und eine Minute auf dem Ergometer strampeln. [KT_CREDIT]

VonChristopher Niemann

Der Härtetest unter Atemschutz: Endlosleiter - Laufband - Hinternisstrecke.
Feuerwehrleute aus Grambin und Liepgarten zwangen sich am Sonnabend in ihre Schutzbekleidung und absolvierten ihren jährlichen Leistungstest unter Atemschutz.

Grambin/Liepgarten/Pasewalk.Einmal im Jahr müssen Kameraden der Feuerwehren, die eine Atemschutzgrundausbildung besitzen, in voller Montur und mit einem Atemschutzgerät auf dem Rücken, in einen engen Käfig und verschiedene Hindernisse bewältigen, damit sie ihre Tauglichkeit als Atemschutzgeräteträger behalten. Diese Übung ist wichtig, um die Fitness der Feuerwehrleute zu prüfen. Am vergangenen Sonnabend wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Grambin und Liepgarten in der feuerwehrtechnischen Zentrale Pasewalk getestet.
Die Atemschutzübungsstrecke ist eine wichtige Anlage, um die Kameraden auf die schwierigen Situationen vorzubereiten, die im Ernstfall auftreten können. Bevor es mit dem praktischen Teil losging, wurde bei jedem Brandschützer der Blutdruck gemessen.
Die ersten Kameraden bauten ihre Atemschutzgeräte zusammen und überprüften die Funktionstüchtigkeit, insbesondere die Warneinrichtung. Je nach Arbeitsintensität reicht diese Luft für etwa 20 bis 30 Minuten. Im Anschluss wurde Gerät, Schutzmaske und Schutzhelm angelegt. Jetzt ging es jeweils für einen Trupp, bestehend aus Truppmann und Truppführer, an die Stationen: Zehn Meter Endlosleiter steigen, fünf Hammerschläge an einem Spezialgerät, eine Minute Fahrrad-Ergometer, eine Minute Laufband, eine Minute Arm-Ergometer.
Waren diese Übungen an den Geräten absolviert, ging es auf die 50 Meter lange Kriech- und Hindernisstrecke. Die Probanden zwängen sich hierbei beispielsweise durch enge Röhren, vorbei an einem Hitzestrahler, diversen Türschleusen und Luken – und das komplett im Dunkeln. Dabei immer die Kameraden per Infrarotkamera im Blick: Kreisausbilder René Haase und Enrico Harms. Die beiden überwachen und bedienen die Übungsanlage. Nach der Bewältigung der Strecke folgten dann wieder die Fitnessgeräte.
In so einer Atemschutzflasche sind 1600 Liter Atemluft auf 300 bar komprimiert. Je nach Intensität des Atemschutzeinsatzes reicht diese Luft für etwa 30 Minuten.
Und wer denkt, die Flaschen sind mit reinem Sauerstoff gefüllt, der irrt. Es befindet sich Umgebungsluft in den Flaschen, wie Kreisausbilder Enrico Harms erklärte. Er b--efüllt diese auch in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Pasewalk, reinigt und überprüft.
Die sogenannte Überprüfung auf der Atemschutzübungsanlage haben alle Kameraden bestanden und sind für ein weiteres Jahr für den Atemschutzeinsatz tauglich und einsetzbar.
Allein in diesem Jahr wurden die Feuerwehrleute aus Liepgarten zu acht Einsätzen gerufen. Darunter fünf Brandeinsätze. drei Mal trugen sie dabei schweres Atemschutzgerät.
Im Pasewalker Ausbildungszentrum werden aber nicht nur die Atemschutzgeräteträger Jahr für Jahr überprüft und ausgebildet, es werden dort auch unter anderem die Maschinisten-, Sprechfunker- und Truppführer-Lehrgänge angeboten.

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