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Venezuela tummelt sich am Haff

Wer etwas über Guppys erfahren möchte, ist bei Franz Zeipelt (links) und Bodo Freimuth richtig – beide sind seit vielen Jahren erfolgreiche Züchter. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck
Wer etwas über Guppys erfahren möchte, ist bei Franz Zeipelt (links) und Bodo Freimuth richtig – beide sind seit vielen Jahren erfolgreiche Züchter. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck

VonLutz Storbeck

Große Tiere gibt es im Ueckermünder Tierpark, aber auch ganz kleine. Die gefiederten, geschuppten oder befellten Kreaturen ziehen die Blicke der Besucher auf sich. Im Tierpark-Restaurant tummeln sich auch Tiere, ganz kleine zwar, aber dafür fast 200 Stück: Wildguppys nämlich. Und die brauchen natürlich auch Pflege.

Ueckermünde.Bodo Freimuth und Franz Zeipelt kommen kostenlos in den Tierpark. Obwohl sie keine Mitarbeiter sind. Dennoch sind die beiden rüstigen Senioren nicht nur gern gesehen, sondern ziemlich willkommen. Denn beide kümmern sich um ein Aquarium, das im Tierpark-Restaurant steht. Im Becken tummeln sich Dutzende kleiner Fische. „Das sind Wildguppys“ sagt Franz Zeipelt und seine Augen leuchten dabei. Denn er kennt sich – genau wie Bodo Freimuth – bestens aus mit den Tieren. Immerhin gehören beide seit langer Zeit zum Guppyclub „Paul Hähnel“. Der Club hat zehn Mitglieder, und die kommen nicht nur aus Ueckermünde, sondern beispielsweise auch aus Eggesin und aus Greifswald. Der Club gehörte zu DDR-Zeiten zum Kulturbund und hat sich schon damals über die Grenzen der Region hinaus einen Namen machen können. Die Clubeschichte kennt Bodo Freimuth bestens, schließlich züchtet er seit 1968 Guppys, und Franz Zeipelt ist ebenso erfahren. Beide können natürlich auch erklären, worin der Unterschied zwischen den etwa 150 Wildguppys im Tierpark-Aquarium und den Zuchtguppys besteht. Die Wildtiere sind deutlich kleiner.
Die zwei Züchter selbst haben diverse Becken in den eigenen vier Wänden, in denen sich viele Fische tummeln. Bei Freimuth sind das „etwa 100 Becken“, wie er sagt. Die Wildguppys im Tierparkbecken sind Wildfänge, und zwar aus Venezuela. Von dem südamerikanischen Land aus sind die Tiere dann über verschiedene Stationen bis ans Haff gekommen. Dass so etwas funktioniert, hat auch damit zu tun, dass der hiesige Guppyclub einer von neun Vereinen in Deutschland ist und die Guppyfreunde untereinander in recht engem Kontakt stehen. Das ist wichtig, denn die Guppyzüchter nehmen zum Beispiel an Europameisterschaften teil. Gerade neulich erst sind neun Sätze mit Guppys aus der Haffregion von Franz Zeipelt nach Italien geschickt worden. „Ein Satz – das sind drei Männchen, und bei denen müssen Farbe und Form bestmöglich übereinstimmen, dann gibt es die meisten Punkte“, sagt Franz Zeipelt. Sieben EM-Wertungen stehen an, die besten vier werden gewertet, und dann steht fest, wer sich Europameister nennen darf.Zeipelt und die anderen Züchter vom Club „Paul Hähnel“ hoffen natürlich, dass sie bei der EM gut abschneiden.Natürlich brauchen die Wildguppys in Ueckermünde Pflege. Darum kommen die beiden Züchter ein-, zweimal die Woche vorbei und sehen nach dem Rechten. Bei der Guppy-Betreuung haben beide aber auch Hilfe. Zum einen die Frauen aus dem Tierpark, die regelmäßig füttern, zum anderen aber auch einen Molly. „Das ist dieser schwarze Fisch da – der frisst die Algen“, erklärt Zeipelt.

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