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Von gemalten Illusionen und Tieren im Holz

Die Hand der Besucherin streicht instinktiv über die Wand. Diese Reaktion ist gewollt. Michael Jahnke aus Lübs hat eine meisterhafte Illusion geschaffen. Was wie eine Marmorfliese aussieht, ist in Wirklichkeit eine seiner perfekten Illusionsmalereien. Alles nur Augentäuschung. Man glaubt es erst, wenn die Hand die unerwartete Struktur spürt.

Solche Täuschung ist eine Kunst, und zwar eine ziemlich alte, die der Diplom-Designer Michael Jahnke beherrscht. Für alte Häuser ohne gerade Wände einfach ideal, findet ein Besucherehepaar aus Torgelow, das von dem individuell gestalteten Bad im Heidehof Lübs begeistert ist. Da hatten die Besucher die Sauna noch nicht gesehen. In einem Nebengebäude nutzen die Hausherrn die Wärme ihres Backofens, der einmal pro Woche zum Brotbacken angeheizt wird, um gemeinsam mit Freunden in einer Sauna zu schwitzen. Diesen Raum hat Michael Jahnke mit alten Putz- und Spachteltechniken gestaltet. Alles ist irgendwie rund und farbig.

Tadelakt – so heißt diese alte marokkanische Putztechnik, die Wände wasserfest und schmutzabweisend macht. Stuccolustro heißt eine Spachteltechnik mit natürlichen Rohstoffen, die ein angenehmes Raumklima erzeugt. Lasuren mit Pinsel und Schwamm geben Räumen Charakter, Deckenmalereien mit Wolken, Vögeln, Blumen lassen die Bewohner träumen – Kunsthandwerk kann zaubern. Ein Kunsthandwerker kann es nicht, versichert Michael Jahnke. Er schafft mit Kopf, Herz und Händen. Davon konnten sich die Besucher bei Kunst:Offen überzeugen.

Alle Jahre schon hält Ingolf Ströhla aus Eggesin der Pfingst-Aktion für Künstler, Kunsthandwerker und Hobbykünstler die Treue. Am Wochenende öffnete er nicht nur seinen Garten voller Skulpturen und Holzarbeiten, er weihte auch einen neuen, ständigen Ausstellungsraum ein. Ingolf Ströhla hat sich dem Holz verschrieben. Dabei ist es ihm egal, ob es irgendwelche Holzreste sind, die er unterwegs aufsammelt, oder ein gerade gefällter Baum. Er sieht den Stücken an, was in ihnen steckt. Gern befreit er runde Frauenkörper aus ihrem hölzernen Korsett, aber auch Tiere erweckt er zum Leben. „Die Leute mögen das, ich kann gar nicht genug Adler zum Fliegen bringen.“ Nächstes Werk ist eine Wolfsgruppe, die sich in dem großen Eichenklotz vorm Haus bereits abzeichnet. Die fertige Skulptur soll am neuen Wolfsgehege im Ueckermünder Tierpark aufgestellt werden.

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