Wasserwacht: Da sitzen alle in einem Boot

Der Wasserwacht-Nachwuchs, der an den Landesmeisterschaften teilgenommen hat, mit Trainern und Wasserwacht-Chef. [KT_CREDIT]
Der Wasserwacht-Nachwuchs, der an den Landesmeisterschaften teilgenommen hat, mit Trainern und Wasserwacht-Chef. [KT_CREDIT]

VonLutz Storbeck

Die Temperaturen steigen, das Wasser wird wärmer.
Die beste Zeit für die Gemeinschaft Wasserwacht des hiesigen DRK- Kreisverbandes. Schon bald wieder werden sich Badelustige an und in den Seen und im Haff tummeln, und da haben die Wasserwachtler allerhand zu tun. Darauf eingestimmt hat sich die Gemeinschaft beim Saisonstart in Ueckermünde.

Ueckermünde.Es war schon ein sehr symbolisches Bild, als sich die jungen Leute der Wasserwacht, die sich jüngst sehr achtbar bei den Landesmeisterschaften geschlagen haben, mit ihren Trainern im „Hafflinger“ ablichten ließen. Das ist das Spezialboot der Truppe. Denn nicht nur beim lockeren Saisonstart, sondern natürlich das ganze Jahr über sitzen die Frauen und Männer, Mädchen und Jungen in einem Boot. Beim Training, bei ihrem ehrenamtlichen Dienst an Stränden und in Bädern, bei Wettkämpfen und bei vielen anderen Anlässen.
Insgesamt hat die Wasserwacht der Region etwa 120 Mitglieder, davon 70 aktive. Dazu gehören auch jene 36 Mädchen und Jungs, die noch unter 16 Jahre alt sind. Sie kommen aus Ferdinandshof, aus Ueckermünde, Eggesin und Löcknitz. Oder auch aus Pasewalk, wie Lukas Michler. Er ist 15 Jahre alt und fährt in den Wintermonaten einmal in der Woche zum Training in die Karpiner Schwimmhalle. Gut, dass seine Familie ihn dabei tatkräftig unterstützt. Wie Vater Torsten Michler, der seinen Sohn zum Training bringt. „Oder auch mal die Oma“, sagt Torsten Michler. „Mir ist es ganz wichtig, dass mein Sohn sein schönes Hobby zur Leidenschaft gemacht hat“, sagt der Pasewalker. Und er wird seinen Sprößling auch künftig unterstützen, denn Sohnemann trainiert fleißig, um die erste Rettungsschwimmerstufe zu machen.
Carola Grabsch aus Pasewalk kutschiert Tochter Nele ebenfalls regelmäßig. Und Kati Fechner aus der Gemeinde Viereck kennt die Transportprobleme auch bestens. Tochter Jane, elf Jahre alt, trainiert nämlich auch einmal wöchentlich. Und muss ebenfalls nach Karpin gebracht und auch von dort abgeholt werden. „Für uns ist das normal, unseren Nachwuchs zu unterstützen“, sagt Kati Fechner. Doch sie tut, und dafür gab es ein extra Lob von der Wassserwacht, weitaus mehr.
Als Not am Mann war, hat sie kurz entschlossen einige junge Wettkämpfer in ihrem Privat-Autozu den Landesmeisterschaftengefahren. Was in diesem Fall zwar eine Lösung war, auf lange Sicht aber braucht die Wasserwacht doch ein eigenes Fahrzeug, war man sich in der lockeren Gesprächsrunde einig. „Unter anderem, um den Trailer für unseren ,Hafflinger‘ ziehen zu können, aber auch, um mit unseren jungen Leuten an Veranstaltungen und Wettkämpfen außerhalb teilnehmen zu können“, sagte Michael Lange von der Wasserwacht. Für das Vorhaben, Kinder, die sonst kaum aus dem Haus kommen, im wahrsten Sinne des Wortes abzuholen und zum Training der Wasserwacht nach Eggesin zu bringen, wäre so ein Kleinbus oder Transporter nicht schlecht.
Wer die Truppe kennt, der weiß, dass sich der Traum vom eigenen Transporter erfüllen wird. Auch wenn es etwas länger dauern sollte. Denn Optimismus wird in der Wasserwacht ganz groß geschrieben.

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