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Wenn es beim Anblick einer CD „klick“ macht

Gymnasiallehrerin Stefanie Peters (l.) und Dinchen Franziska Büddefeld vom Verfassungsschutz im Gespräch über die Ausstellung und Umsetzungsmodelle für den Unterricht.  FOTOS: K. Müller
Gymnasiallehrerin Stefanie Peters (l.) und Dinchen Franziska Büddefeld vom Verfassungsschutz im Gespräch über die Ausstellung und Umsetzungsmodelle für den Unterricht. FOTOS: K. Müller

VonKatja Müller

Es ist die Angst vor der Angst, die viele in die rechte Ecke laufen lässt. Doch es ist der falsche Weg. Ein Schritt in eine Scheinwelt. Und welche Abgründe diese beherbergt, zeigt jetzt
eine Ausstellung des Verfassungsschutzes im Ueckermünder Rathaus. „Die Braune Falle“ zeigt
aber auch einen Weg aus dem Sumpf.

Ueckermünde.Es geht ums Hinschauen. Auch in und um Ueckermünde dürfen die Menschen nicht mehr wegsehen, wenn sich rechtsextremistische Parolen ihren Weg durch das Land bahnen. „Wir alle sind aufgefordert“, sagt Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke). Und dass er mit alle auch jeden einzelnen meint, macht die neueste Ausstellung im Bürgersaal des Ueckermünder Rathauses deutlich. Denn sie ist für alle offen. „Wir laden jeden ein, sich zu informieren oder zu hinterfragen“, sagt das Ueckermünder Stadtoberhaupt. Seit gestern ist die Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz geöffnet. Und in den kommenden zwei Wochen wird sie auch von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes betreut. „Wenn beispielsweise Schulklassen hier sind, dann machen wir eine Führung und stehen anschließend auch für Fragen und Diskussionen zur Verfügung“, erklärt Guido Weiler vom Verfassungsschutz. Zusammen mit Uwe Janssen hat er den Aufbau und alles Drumherum organisiert. Auch in der Vergangenheit haben beide die „Braune Falle“ begleitet und schon reichlich Erfahrung gesammelt: „Manchmal kommen Eltern und entdecken ganz plötzlich CD-Cover, die auch ihre Kinder zuhause haben. Oder Lehrer fragen um Rat, wenn sie sich nicht sicher sind, ob ein Schüler bereits in der rechtsradikalen Szene unterwegs ist. Wir versuchen wirklich jedem zu helfen“, sagt Janssen. Doch gegen den braunen Virus hilft eben nicht nur eine Spritze oder eine Tablette. „Sie müssen selbst einsehen, dass es der falsche Weg ist“, weiß er.
Doch Veranstaltungen und Ausstellungen wie diese würden helfen, den Blick in die richtige Richtung zu lenken, ist sich Dinchen Franziska Büddefeld sicher. Die Abteilungsleiterin Rechtsextremismus beim Bundesverfassungsschutz hat auch ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit rechtsextremem Gedankengut gemacht. „Es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass ganze Stadtteile plötzlich von Rechtsextremen okkupiert werden. Da muss jeder Bürger etwas dagegen tun, für Demokratie einstehen. Hinsehen und den Mund aufmachen“, erklärt sie und versichert, dass sie auch neben ihrer Arbeitszeit bürgerschaftliches Engagement lebt.
Die Ausstellung im Ueckermünder Rathaus ist noch bis zum 10. Mai dort zu besichtigen: montags, mittwochs, donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr, dienstags von 8.30 bis 17.39 Uhr und freitags von 8.30 bis 13 Uhr. Anmeldungen unter: 039771 28437

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