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Wichtige Papiere in der Satteltasche

In Rieth wurden die Unterschriften von polnischen Reitern an deutsche übergeben, nun gehen die Listen nach Niedersachsen. [KT_CREDIT] FOTO: HS
In Rieth wurden die Unterschriften von polnischen Reitern an deutsche übergeben, nun gehen die Listen nach Niedersachsen. [KT_CREDIT] FOTO: HS

VonLutz Storbeck

Mit dem Auto bis an die Landesgrenze nach Niedersachsen? Kein Problem. Schwieriger wird es da schon, wenn es zu Pferd bis dahin gehen soll. Und doch nimmt eine passionierte Reiterin
aus Müggenburg dieses Abenteuer an. Denn sie hat eine ganz besondere Mission.

Müggenburg.Die Sonne ist an diesem Morgen schon ganz früh aufgestanden und schenkt dem Fliederhof in Müggenburg wärmende Strahlen. Die sieben Pferde, die zur kleinen Herde von Franziska Raschke und ihrem Mann gehören, genießen das. Zwei Pferde liegen im angewärmten Sand, die anderen stehen still da, als ob sie träumten. Ein idyllisches Bild. Im Wohnhaus hantiert Franziska Raschke mit einer Rolle. Die ist farbig und enthält mehrere Blätter, darauf Unterschriften. Die sind gesammelt worden, um der so genannten Rekener Charta Nachdruck zu verleihen. Die Initiatoren wollen erreichen, dass für Wanderreiter und ihre Tiere möglichst alle Beschränkungen abgebaut werden, sich Ross und Reiter auf Feld und Flur und in Wäldern bewegen können – ohne schlechtes Gewissen und im Einklang mit der Natur.
Erst unlängst haben sich insgesamt neun Reiter, darunter vier aus Polen, zur Übergabe der Rekener Charta in Rieth an der Grenze getroffen. „Der Beginn der langen Reise der Unterschriftensammlung ist hiermit gesetzt“, freut sich Franziska Raschke. Nun soll es weitergehen, und den schwierigen Teil eines Alleinrittes wird die Frau aus Müggenburg übernehmen. Ziel ist jener Landstrich, wo Mecklenburg ans Niedersächsische grenzt, und dort wollen andere Reiter die Charta samt der bis dahin gesammelten Unterschriften übernehmen.
Ein Abenteuer wird es allemal. Nicht unbedingt nur wegen der Distanz. Denn die Chefin vom „Fliederhof“, die am 5. Mai startet, wird dies mit einem Neuling tun. „Es ist eine neue Stute, die noch nicht sehr erfahren ist“, sagt Franziska Raschke. Das Tier muss also noch ausgebildet werden, damit es verkehrssicher ist. Was bedeutet, die Stute muss so vorbereitet sein, dass selbst starker Autoverkehr oder johlende Passanten es nicht aus der Ruhe bringen. „Möglicherweise bin ich auch nicht allein unterwegs, eine Reiterin aus Polen kommt eventuell mit“, sagt Franziska Raschke. Aber das sei noch nicht ganz sicher.
Bis zum Abritt vom Fliederhof werden fleißig weitere Unterschriften gesammelt und dann mit auf die Reise genommen. „Alle Bürger, aber insbesondere Reiter, sollten das ,Freie Reiten in Wald und Flur‘ mit ihrer Unterschrift unterstützen“, sagt Franziska Raschke.
Ein weiterer wichtiger Termin ist der 21. Mai. „Dann treffen sich aus dem gesamten Bundesland MV Reiter, die in Schwerin zum Schloss oder zum Innenministerium reiten, um dort auch eine Unterschrift von Landwirtschaftsminister Till Backhaus entgegen zu nehmen“, kündigt die Müggenburgerin an.

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