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Wie das Einhorn handzahm wird

Ganz nah dran an ihrem jungen Publikum waren gestern die Mädchen und Jungen, die beim Stück vom tapferen Schneiderlein in der Eggesiner Grundschule mitgespielt haben. Diese und auch die anderen Vorstellungen liefen innerhalb der Theaterwoche, auf die sich alle Akteure lange vorbereitet hatten. [KT_CREDIT] FOTOs: L. Storbeck
Ganz nah dran an ihrem jungen Publikum waren gestern die Mädchen und Jungen, die beim Stück vom tapferen Schneiderlein in der Eggesiner Grundschule mitgespielt haben. Diese und auch die anderen Vorstellungen liefen innerhalb der Theaterwoche, auf die sich alle Akteure lange vorbereitet hatten. [KT_CREDIT] FOTOs: L. Storbeck

Von unserem RedaktionsmitgliedLutz Storbeck

Die Eggesiner Grundschüler machen Theater. Aber im positiven Sinn. Seit Wochenbeginn haben Mädchen und Jungen aus Klassenstufe 4 mehrere Vorstellungen gegeben – für kleines, aber auch großes Publikum.

Eggesin.Wo kann sich das tapfere Schneiderlein so richtig austoben, die Riesen bezwingen, Einhorn und Wildschwein zähmen? Natürlich im Blaubeerwald rund um Eggesin. Jedenfalls nach der Auslegung des Märchens, das von 27 Mitwirkenden der Eggesiner Grundschule gestaltet wurde.
Dass sich Levin, Nino, Valentin, Marlon, Emma und die anderen nicht ganz so streng an die klassische Vorlage gehalten haben und auch ein paar moderne Musikeinlagen zum Besten gaben, kam bei den Zuschauern gestern sehr gut an. Das waren Kinder, unter anderem aus der Volkssolidaritäts-Kita „Zwergenland“ aus Torgelow, und die hatten bei der Aufführung in Eggesin sehr viel Spaß.
Wobei das Publikum zunächst etwas schüchtern war. Aber nach der Aufforderung: „Na dann klatscht doch, wenn es cool war“, gab es dann doch kein Halten mehr – die Mädchen und Jungen applaudieren heftig, trampelten und lachten laut. Unter anderem über den mutigen Schneider, der gemeinsam mit Zwirn, seinem Helfer, auch das temperamentvolle Einhorn und das gefährliche Wildschwein mit Resodal-Beruhigungspillen ganz handzahm machte.
Doch nicht nur diese Aktion führte zum Staunen. Als am Ende des Stückes gleich zwei Mädchen heiraten wollten, aber eben nur ein tapferes Schneiderlein zur Verfügung stand, gab es den „Knaller“ schlechthin. Denn wie aus dem Nichts stand plötzlich ein zweites Schneiderlein auf der Bühne. „Das ist der Zwillingsbruder“, wurde schließlich das Geheimnis gelüftet. Wieder starker Beifall und aufgeregtes Gemurmel, dann eine kurze Pause, ehe sich der Vorhang noch einmal hob. Diesmal für „Des Kaisers neue Kleider“. Wie nicht anders zu erwarten, auch dieses Stück natürlich nicht ganz streng nach der literarischen Vorlage, sondern mit allerlei modernen Elementen gespickt.
So spielte Mode-Guru Karl Lagerfeld da eine Rolle, und es gab Betrüger und allerlei andere Gestalten. Insgesamt haben die Eggesiner Grundschüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Beate Fohrenkamm seit Montag acht Vorstellungen gestaltet – am Vormittag und am Abend. Viel Stoff, den sich die Viertklässler da einprägen mussten. „Wir haben eine ganze Weile geübt“, sagt Valentin, und die anderen nicken heftig.
Dass sich die Mühe gelohnt hat, zeigte die Freude bei den Zuschauern. Die haben sich prächtig amüsiert und so den jungen Mimen gezeigt: das war eine klasse Aufführung! Und wie sieht‘s mit dem Lampenfieber aus? „Nö, hatten wir nicht, nur am Montag, aber dann ging es“, sagt Levin. Er und seine Mitstreiter sind also ganz zufrieden damit, wie in diesem Jahr die Theaterwoche an der Eggesiner Grundschule gelaufen ist. Und wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere sein Interesse am Schauspielern entdeckt. Vier der 27 Akteure jedenfalls wollen einmal Schauspieler werden. Und damit kann man ja schließlich nicht früh genug anfangen.

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