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Wo polnische Kadetten regelmäßig zu Gast sind

Vereinschef Uwe Zabel mit dem Gästebuch des Eggesiner Militärmuseums. Dort haben sich Besucher aus Deutschland, aber auch aus Polen und Frankreich verewigt.
Vereinschef Uwe Zabel mit dem Gästebuch des Eggesiner Militärmuseums. Dort haben sich Besucher aus Deutschland, aber auch aus Polen und Frankreich verewigt.

VonLutz Storbeck

Als Garnisonsstadt war Eggesin vor der Wende nicht nur in der DDR ein Begriff, auch im Westen kannte man natürlich diesen riesigen Armeestandort kurz vor der Grenze zu Polen. Wie sich der Standort entwickelt hat und was mittlerweile daraus geworden ist, wird im Militärmuseum Eggesin für Interessenten gezeigt.

Eggesin.Eggesin – Land der drei Meere – Sandmeer, Kiefernmeer – gar nichts mehr. Das geflügelte Wort kannte vor der Wende wohl jeder, der direkt oder indirekt mit der NVA, der Nationalen Volksarmee, zu tun hatte. Am meisten wohl jene jungen Männer, die im äußersten Nordosten der DDR ihren Dienst leisteten. Denn Eggesin – das war vor und auch noch ein paar Jahre nach der Wende – ein großer Militärstandort. Mittlerweile aber hat sich das Bild gewandelt, sind Uniformen und Panzer nahezu komplett aus dem Stadtbild verschwunden, taumelt die Einwohnerzahl des Städtchens an der Randow um die 5000er Marke.
Doch vergessen ist die Garnisonsstadt-Zeit nicht. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Dafür sorgt unter anderem das Militärmuseum Eggesin, das korrekt Militärhistorisches und Technisches Museum Eggesin e.V. heißt.
An zwei Standorten sind die musealen Einrichtungen zu finden. In der Heidestraße können die Besucher vieles zur Entstehung der Garnisonsstadt erfahren, dazu diverse Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände der Kasernierten Volkspolizei, der NVA und auch der Bundeswehr in Augenschein nehmen. Michael Lange erwartet dort die Gäste und kann vieles zum Thema berichten, sagt Uwe Zabel, der Museumsverantwortliche. Doch es geht auch größer – nämlich im Technik-Teil des Museums in der Karl-Marx-Straße. Dort präsentiert der Museumsförderverein Kampftechnik – aus der Vorwendezeit, aber auch den Jahren danach. „Wir werden am meisten unterstützt durch die Bundeswehr und durch die Stadt Eggesin, die uns die Liegenschaft zur Verfügung stellt“, sagt Vereinschef Uwe Zabel.
Für den Unterhalt der Garagen und anderen Räumlichkeiten müssen die derzeit etwa 40 Vereinsmitglieder allerdings selbst aufkommen. Insofern versucht der Verein natürlich, jede mögliche Einnahmequelle zu erschließen.
Das sind dann unter anderem die Eintrittsgelder, die von den Besuchern erhoben werden. „Es sind im Jahr so um die 2700 Gäste“, sagt Uwe Zabel. Er freut sich, dass die Besucherschar bunt gemischt ist. „Das sind solche, die mal hier gedient haben. Es ist aber auch in jedem Jahr eine Gruppe aus einer polnischen Kadettenschule zu Gast, dann kommt regelmäßig ein Männerchor aus Berlin“, sagt Zabel und zeigt auf einen Eintrag ins Gästebuch – dort lobt ein französischer Verbindungsoffizier das Museum.
Wie überhaupt die meisten Einträge bekunden, dass ein Gang durch die beiden Museumsteile interessant ist. Geöffnet ist das Museum jährlich vom 1. Mai an bis zum 31. Oktober, dienstags bis freitags jeweils von 10 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags dann von 13 bis 17 Uhr, und in den Sommerferien sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr, sagt Uwe Zabel. Er hat übrigens festgestellt, dass das Interesse an dem Museum stetig wächst. „Wahrscheinlich liegt das daran, dass hier in der Nähe ein Radfernweg vorbei führt und viele Radler hier unterwegs sind, möglicherweise wirkt sich aber auch aus, dass wir eine Internetseite haben, auf der sich die Leute informieren können“, sagt der Vereinschef
Informieren können sich die Eggesiner und ihre Gäste demnächst auch bei einem Erlebnistag. Der ist für den 29. Juni geplant. Von 9.30 bis 17 Uhr wird dann, mit Unterstützung der Bundeswehr, allerhand los sein auf dem Museumsareal in der Karl-Marx-Straße. Doch bis dahin gibt es für die Vereinsmitglieder noch einiges vorzubereiten.

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