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Der Deich kommt, aber hilft er gegen Hochwasser?

VonIvo Hilgenfeldt

Schwerin/Insel Usedom.Der lange überfällige Deich zwischen Peenemünde und der Ostseeküste soll als letzte Lücke im Hochwasserschutz von Nord-Usedom so gebaut werden, dass Straße und Schiene nach Peenemünde auf dem Deich verlaufen. Das hat die Landesregierung gestern beschlossen. Knapp 13Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Die Summe tragen das Landwirtschafts- und Umweltministerium, das Wirtschaftsministerium und das Energieministerium.
Eigentlich ein Grund zum Jubeln, doch einen Haken hat die Sache: Die Landesregierung will mit der Errichtung des Bauwerks gleichzeitig die Grundlagen zur Umsetzung des Kompensationsflächenpools „Cämmerer See“ als Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in maritime Lebensräume schaffen. Für die Gegner des Deichrückbaus im Inselnorden ist die Verknüpfung dieser beiden Maßnahmen ein Schlag ins Gesicht. Seit Jahren laufen sie Sturm gegen die Pläne der Landesregierung. Einen Kombideich befürwortet auch die Bürgerinitiative „Gegen Deichrückbau im Inselnorden“, sagt deren Vorsitzender Rainer Höll. Für ihn zeige die bewusste Verknüpfung mit dem Projekt Cämmerer See aber,
dass die Landesregierung nach wie vor die Gegenargumente einfach nicht zur Kenntnis nehmen will. Höll: „Kein vernünftig denkender Mensch kann verstehen, dass ein Gebiet nach Norden zuverlässig vor Hochwasser geschützt wird und gleichzeitig dem Wasser von Westen her der Weg genau dorthin geebnet wird, wohin es wegen des Kombideichs nicht mehr gelangen sollte.“
Baubeginn für den Straßen-Deich soll voraussichtlich 2016 sein. Schon 2015 werde der nördliche Ringdeich um Peenemünde herum als Teil des gesamten Sturmflutkonzeptes verwirklicht.

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