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Ein Biber auf Strandgang

VonSandra Grüning

Heringsdorf.„So was hab’ ich ja noch nie erlebt“, sagte ein Urlauber aus Berlin am Telefon. Aufgeregt hatte er in der Redaktion angerufen, weil er am Heringsdorfer Strand einen Biber gefunden hätte. „Ja, ist er tot?“, war die erste Frage. Der Berliner verneintevehement. Der Tierliebhaber aus der Hauptstadt sollte nicht der einzige Anrufer bleiben. Innerhalb kürzester Zeit riefen gleich mehrere Strandwanderer in der Redaktion an, um den Fund eines Bibers zu melden, der vollkommen erschöpft an der Düne beim Aufgang zum Steigenberger Hotel liegen sollte.
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Bansin-Heringsdorf schauten nach dem Rechten. Und tatsächlich fanden die Kameraden auf dem Strand einen ausgewachsenen, aber hilflosen Nager. Doch völlig kraftlos schien das eigentlich nachtaktive Tier nicht zu sein. Denn es ergriff, bei jedem Versuch seiner habhaft zu werden, die Flucht und rannte in Richtung Ostsee davon. „Obwohl er ziemlich orientierungslos durch die Gegend lief, war der Biber ganz schön flink“, erzählt Wehrführer Andreas Räsch. Um es einzufangen, musste schließlich einer der Kameraden in voller Montur sogar in die Ostseefluten springen.
Im Unimog ging’s für den pelzigen Burschen nach einer knappen halben Stunde in Richtung Heimat. Am Schmollensee entließ die Feuerwehr ihn am frühen Abend wieder in die Freiheit. „Wahrscheinlich ist er durch den Sack-Kanal, der sich vom Schmollensee zwischen Heringsdorf und Bansin in die Ostsee schlängelt, bis auf den Strand gelangt und hat sich dann in Richtung Ahlbeck
an den Dünen verirrt“, vermutet Räsch glücklich über die gelungene Rettungsmission.

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