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„Gangmitglieder“ mit Lampenfieber

Die Jugendlichen fahren unter Anleitung von Choreografin Ellen Wolter Auto, soviel darf verraten werden. Die schauspielerische Leistung der Laiendarfsteller kann bei den Hafenfestspielen bewundert werden. [KT_CREDIT] FOTOS: A. Rau
Die Jugendlichen fahren unter Anleitung von Choreografin Ellen Wolter Auto, soviel darf verraten werden. Die schauspielerische Leistung der Laiendarfsteller kann bei den Hafenfestspielen bewundert werden. [KT_CREDIT] FOTOS: A. Rau

Von unserem RedaktionsmitgliedAnja Rau

Lisa-Marie Helm ist eigentlich eine ganz
normale Jugendliche –
doch einmal in der Woche verwandelt sie sich in ein Gangmitglied. Aber keine Sorge, das ist alles nur Theater.

Usedom.„Fünf, sechs, sieben, acht“, schallt es durch das Foyer der Grundschule Usedom. Lisa-Marie schaut angespannt, denn sie lernt heute neue Schritte auf dem Weg zum Bandenmitglied. Möglichst synchron folgen die Jugendlichen der Theatergruppe den Schritten der Choreografin Ellen Wolter. Aller Anfang ist schwer, doch jeder nimmt es mit Humor. Auch Birgit Lenz, die Regisseurin der Hafenfestspiele Usedom. Der Spaß soll im Vordergrund stehen, auch wenn die Wochen bis zur Premiere nur so vorbeirasen.
Die neun Laiendarsteller zwischen 10 und 15 Jahren sind zum Teil schon alte Hasen und seit mehreren Jahren bei den sommerlichen Open-Air-Aufführungen dabei. Birgit Lenz hat gleich ihre eigenen Kinder mitgebracht – das Nesthäkchen der Gruppe, Marie und den einzigen Jungen, Moritz: „Marie ist auch beim Fritz-Reuter-Ensemble in Anklam, hat daher schon ein bisschen Erfahrung. Moritz hat es im letzten Jahr viel Spaß gemacht und deswegen ist er wieder hier.“
Noch grün hinter den Ohren ist dagegen Lisa-Marie. Die 13-Jährige absolvierte erst ihre zweite Probe, sie ist das erste Jahr mit dabei. Als Zuschauerin kennt sie die Hafenfestspiele dabei schon länger: „Ich habe immer zugesehen und es hat mir sehr gut gefallen.“ Deswegen hat sich die Sechstklässlerin der Kooperativen Gesamtschule Ahlbeck der Gruppe in ihrer Heimatstadt Usedom angeschlossen.
Seit 2008 gibt es die Festspiele am Usedomer Hafen, seitdem werden die engagierten Jugendlichen als Statisten eingesetzt. In diesem Jahr steht das Stück „Nochmal ein Ding drehen“ von Rudi Strahl auf dem Programm. „Ich wollte schon immer Schauspielerin werden“, sagt Lisa-Marie. „Die Proben machen viel Spaß.“ Noch ist zwar nicht zu erkennen, dass die Jugendlichen die Gang von Lieben-stedt spielen werden, doch die Schneiderin hat die Maße schon genommen. Armlänge, Handgelenksumfang, Schultermaß – alles ist fein säuberlich notiert, damit die Kostüme später auch wie angegossen sitzen.
Neben den Jugendlichen werden gestandene Schauspieler des Vorpommerschen Landesbühne sowie Studenten der Theaterakademie Vorpommern auf der Bühne stehen. „Bei uns ist es doch recht familiär. Für die Kinder ist es schön, dass sie vom Ensemble so akzeptiert werden“, freut sich die Regisseurin. Darauf hofft auch Lisa-Marie. Denn die Usedomerin freut sich auf die Vorstellungen, hat aber auch schon ein bisschen Lampenfieber. Bis allerdings alle Choreografien sitzen, wird noch viel Schweiß fließen. Am 28. Juni findet die Premiere statt.

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a.rau@nordkurier.de

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