Nordkurier.de

Polizei setzt auf Abschreckung: Mehr Beamte sollen Insel sicherer machen

VonIvo Hilgenfeldt

Es ist alle Jahre wieder
dasselbe Spektakel:
Die Polizei erhöht zu Saisonbeginn die Anzahl ihrer Streifenbeamten auf der Insel. Bloß: Insbesondere die Diebstähle erreichen auf Usedom gerade neue Höchstwerte. Und wer genau hinschaut, merkt auch, dass am Ende gar nicht so viele zusätzliche Polizisten auf der Insel ankommen werden.

Insel Usedom.Seit Wochen halten Einbrecher Usedomer, deren Gäste und die Polizei in Atem. Immer wieder schlagen sie blitzschnell zu, so wie am vergangenen Wochenende. Da verschafften sich Unbekannte gewaltsam Zutritt in die Gaststätte „Zur Flunder“ in Peenemünde direkt neben dem alten U-Boot am Hafen. Die feisten Einbrecher gingen dabei nicht zimperlich vor und beschädigten mehrere Eingänge und ein Fenster. Die Polizei schätzt die Schadenshöhe auf 1500 Euro.
Ebenfalls übers Wochenende stiegen Unbekannte in die Büroräume des Hotels „Zur Ostsee“, in Kölpinsee ein. Die Täter durchsuchten sämtliche Räumlichkeiten. Dort lag der Schaden danach bei knapp 2100 Euro. In beiden Fällen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.
Gleichzeitig kündigte die Polizei aber an, es den Langfingern mit einem Aufgebot an zusätzlichen Streifenkräften zumindest schwerer zu machen und das Sicherheitsgefühl der Usedomer und ihrer Gäste zu verbessern. Knapp 200 Polizisten aus den Reihen der Bereitschaftspolizei will das Schweriner Innenministerium dafür landesweit zur Verfügung stellen, im Rahmen des sogenannten Bäderdienstes, den es bereits seit 22 Jahren gibt. Das be-deutet für die Insel allerdings, dass am Ende gerade einmal 19 Polizisten zusätzlich kommen werden. Sie verstärken die 42 Polizisten, die ständig auf der Insel stationiert sind.
Ihr Einsatzgebiet beschreibt das Innenministerium so: „Sie werden hauptsächlich die Urlaubsorte und Campingplätze der Region im Interesse eines ruhigen und störungsfreien Saisonverlaufes ständig bestreifen und Kontakt zu den Ämtern, dem Personal und zu Einheimischen und Besuchern aufnehmen.“
Vor einigen Monaten hatte auf der Insel Usedom und darüber hinaus eine Studie für Aufregung gesorgt, nach der sich die Einwohner Usedoms subjektiv am unsichersten unter den Einwohnern Mecklenburg-Vorpommerns fühlen. Die Polizei beteuerte damals wie heute, dass die Fallzahlen der einschlägigen Delikte auf der Insel nicht höher liegen als an anderen Orten im Umland.

Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×