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Rock-Festival Utopia in Zinnowitz abgesagt

Diese Herren müssen jetzt woanders feiern – das Rock-Festival in Zinnowitz erhielt von der Gemeinde keine Erlaubnis. [KT_CREDIT] FOTO: Daniel Reinhardt/dpa-Archiv
Diese Herren müssen jetzt woanders feiern – das Rock-Festival in Zinnowitz erhielt von der Gemeinde keine Erlaubnis. [KT_CREDIT] FOTO: Daniel Reinhardt/dpa-Archiv

Das für Anfang Juli in Zinnowitz geplante Utopia-Festival ist abgesagt worden. Weil sie befürchteten, dass die Rock-Konzerte zu viel Lärm und einen Mega-Stau mit sich bringen könnten, gaben die Zinnowitzer Gemeindevertreter dem Festival keine Erlaubnis. Natürlich sehr zum Ärger der Veranstalter. Die hatten nämlich mit 4000 Besuchern, 2000 Camping-Zelten und 1000 Fahrzeugen gerechnet. Das Festival sollte nördlich der Bundesstraße 111 zwischen Zinnowitz und Bannemin vom 4. bis 6. Juli stattfinden.Das Areal liegt nur knapp 800 Meter von Zinnowitz entfernt.

25 Bands waren angekündigt. Mit dabei sollte auch die Loitzer Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“ sein, die durch eine Erwähnung im Verfassungsschutzbericht des Landes kürzlich viel mediale Aufmerksamkeit erhielten. Höhepunkt des dreitägigen Konzertmarathons sollte die Band „Jennifer Rostock“ werden. FürJennifer West,Sängerin der Truppe, wäre es ein Heimspiel gewesen – sie kommt aus Zinnowitz.
Doch nicht nur die Gemeindevertreter, auch der Chef des Ordnungsamtes im Amt Usedom-Nord, Bernd Meyer, fürchtete einen Mega-Stau auf der Bundesstraße 111. „Die Veranstalter haben sich das etwas zu einfach vorgestellt“, sagt er. Bei einem solchen Event gebe es jede Menge Probleme, die im Vorfeld ausgeräumt werden müssten. Das sei definitiv nicht der Fall gewesen, so Meyer, der von der Veranstaltung aus dem Internet erfuhr. „Und da wurden bereits Tickets verkauft, ohne überhaupt eine Genehmigung für das Festival in der Tasche zu haben.“

Der Usedomer Polizeichef Bernd Nabert reiht sich bei den Kritikern ein: „Wenn Bands wie Jennifer Rostock oder Feine Sahne Fischfilet ankündigt sind, dann können aus den angepeilten 4000 Besuchern auch schnell 6000 werden.“

Doch nicht alle in der Gemeinde waren gegen das Festival. Einer der Fürsprecher des Projektes war der Zinnowitzer Bürgermeister. „Es wäre mal etwas anderes gewesen“, sagt Uwe Wulff. „Warum hätten sie nicht feiern sollen, wenn sie dabei alle Auflagen erfüllen?“

Mehrere Hundert Tickets sind bereits im Vorverkauf weggegangen, sagt Veranstalter Christian Born. Der 30-jährige Berliner organisiert das Festival zusammen mit seiner Freundin Janet Triebel (23), die ihre Wurzeln in Zinnowitz hat. Ihr gehört auch das Grundstück, auf dem Utopia stattfinden sollte. Derzeit sucht Born nach einer Alternative auf der Insel. Viel Hoffnung hat er aber nicht: „Für dieses Jahr sind wohl alle Messen gesungen, aber wir denken darüber nach, im nächsten Jahr besser vorbereitet zurückzukommen.“ Wer bereist Tickets gekauft hat, kann diese zurückgeben und bekommt sein Geld zurück.

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