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Und am Ende zahlt der Kreis doch wieder die ganze Zeche

Das Abfertigungsgebäude des Flughafens Heringsdorf bei Zirchow.
Das Abfertigungsgebäude des Flughafens Heringsdorf bei Zirchow.

Der Kreis war in Zugzwang gekommen, nachdem die Gemeinde Heringsdorf jüngst beschlossen hatte, doch nich sofort mit 25,1 Prozent in den defizitären Flughafen einzusteigen. Doch bereits im August beschloss der Flughafen-Aufsichtsrat, die Finanzlücke von 250000Euro durch eine Sonderzahlung für dieses Jahr noch einmal zu decken. Das bestätigt Aufsichtsrats-Chef Norbert Raulin (SPD), der auch SPD-Fraktionschef im Kreistag ist. Spätestens ab kommendem Jahr sollen dann aber wirklich nur noch 250 000 Euro fließen.

Sein Parteifreund Lothar Brand, ebenfalls Kreistags-Mitglied, sieht das kritisch: „Eine solche Aussage habe ich vom Kreis schon 2009 gehört.“ Es müsse jetzt endlich Schluss sein mit dem teuren Flughafen, wenn gleichzeitig alle Mittel für die Jugend- und Sozialarbeit fehlten.

Die meisten Parteien waren Befürworter des Flughafens

Dass es nun tatsächlich so kommt, wie der Aufsichtsrat es wünscht, gilt als wahrscheinlich: Die meisten Parteien waren bisher stets Befürworter des Insel-Flughafens und dürften somit auch der Finanzspritze zustimmen, auch wenn sie einem Kreistagsbeschluss widersprechen, der das Flughafen-Defizit auf 250.000 Euro begrenzt.

Anders die Grünen. Für sie ist die neue Entscheidung ein Affront. Die Partei hatte bereits bei der letzten Kreistagssitzung kritisiert, der Kreistag setze sich einfach über seine eigenen Beschlüsse hinweg. Jetzt also schon wieder? „Wir haben vor zehn Tagen den Haushalt beschlossen, da drin stehen 250 000 Euro“, sagt Grünen-Fraktionschef Gregor Kochhan. „Das ist jetzt offenbar alles Makulatur.“

Seine Partei will jedenfalls die Sache noch mal im Kreistag besprechen – und nicht nur imnicht-öffentlichen Kreisausschuss. „Dabei hatte ich zuletzt kein gutes Gefühl mehr“, so Kochhan.

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