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Wenn die Insel-SPD feiert, schaut auch Sellering vorbei

Sellering (Mitte) hielt ein brennendes Loblied auf die Sozialdemokratie. Die Situation der Partei auf Usedom brachte er am Ende mit einem Zitat von Friedrich Ebert auf den Punkt: „Die SPD braucht Sozialdemokraten.“ [KT_CREDIT] FOTO: Ivo Hilgenfeldt
Sellering (Mitte) hielt ein brennendes Loblied auf die Sozialdemokratie. Die Situation der Partei auf Usedom brachte er am Ende mit einem Zitat von Friedrich Ebert auf den Punkt: „Die SPD braucht Sozialdemokraten.“ [KT_CREDIT] FOTO: Ivo Hilgenfeldt

VonIvo Hilgenfeldt

Die Insel Usedom gilt nicht gerade als Hochburg der Sozialdemokraten, trotzdem oder gerade deshalb hat
Ministerpräsident Erwin Sellering es sich nicht nehmen lassen, persönlich auf der Feier zum
150. Geburtstag seiner Partei auf der Insel vorbeizuschauen.

Kaiserbäder.Wegen des großen Interesses musste die Veranstaltung kurzfristig aus dem Bansiner Hans-Werner-Richter-Haus ins Hotel zur Post verlegt werden. Und auch dort reichte der Platz kaum aus. Zwei Stunden lang stimmten sich die Sozial-demokraten auf den anstehenden Wahlkampf für den Urnengang am 22.September ein. Für die Insel Usedom schickt die SPD Holm-Henning Freier ins Rennen.
Sellering hielt ein brennendes Loblied auf die Sozial-
demokratie. Die Situation der Partei auf Usedom brachte er am Ende mit einem Zitat von Friedrich Ebert auf den Punkt: „Die SPD braucht Sozialdemokraten.“ Die muss man auf Usedom allerdings suchen, die SPD spielt hier politisch kaum eine Rolle. Das wollen die Sozialdemokraten aber jetzt ändern. Allein das Erscheinen des Landesvaters war den Genossen auf der Veranstaltung ein deutliches Zeichen.
Anlässlich ihrer Geburtstagsfeier stellte die SPD nicht die Alltagspolitik in den Vordergrund, sondern ihre Geschichte und die sie tragenden Persönlichkeiten – auch zu Zeiten der Diktatur. Sellering forderte die Gäste auf, sich auch weiterhin engagiert gegen Nazis einzusetzen. Der Landesvater will weiter daran arbeiten, die NPD zu verbieten, sagte er.
Die Insel-SPD will sich auch gezielt für Mindestlöhne einsetzen. Dazu wird es demnächst eine öffentliche Veranstaltung geben, kündigte der Chef der Usedomer Sozialdemokraten und Organisator der Geburtstagsfeier, Günther Jikeli, an. Der hat zusammen mit dem neuen Chef des Steigenberger Grand Hotel in Heringsdorf, Ralf Haug, erreicht, dass die Mitarbeiter des Hauses einen Betriebsrat gründen dürfen. Das war den Genossen einen Applaus wert.

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