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Alte Krieger schlagen ihr Quartier auf

Friederike Dick (rechts) hat allein mehr als 1000 Wimpel genäht und dafür zahlreiche Blusen und Schals ihrer Freundinnen, auch die von Helga Richter (links), zerschnitten. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang
Friederike Dick (rechts) hat allein mehr als 1000 Wimpel genäht und dafür zahlreiche Blusen und Schals ihrer Freundinnen, auch die von Helga Richter (links), zerschnitten. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang

VonThomas Beigang

Nur noch einen Monat und in Waren soll das Fest aller Feste steigen. Und wie die „Party-Beamtin“ schon verrät, haben auch Befreier bereits ihren Besuch angekündigt.

Waren.Wenn jemand einen Ehrenplatz bei den Feierlichkeiten zum Warener Stadtjubiläum verdient hat, dann Friederike Dick. Die Rentnerin aus Waren hat allein mehr als 1000 Wimpel genäht, die schon in der nächsten Woche entlang der B 192 in Waren aufgehängt werden und allen Besuchern vom Fest künden sollen. Zehn Minuten, so die Warenerin, habe sie für einen Wimpel benötigt. Nicht gerechnet die Zeit, in der sie die gelieferten alten Blusen, Schals und T-Shirts zerschnitten hat. 5000 Wimpel haben Warener für ihr Fest genäht und Mittwoch und Donnerstag im Roten Haus der Warener Wohnungsgenossenschaft aufgefädelt.
Genau solches Engagement ist es, das Christine Bülow das Herz warm werden lässt. „Denn das Stadtjubiläum soll ja nicht nur ein Fest für die Warener sein, sondern auch von den Warenern.“ Die Chefin des Organisationsbüros im Rathaus ist daher auch guter Dinge, dass alle Dinge ihren guten Lauf nehmen werden. Die 35 Bilder für den Festumzug, mit denen die Geschichte der Stadt dargestellt werden soll, sind vergeben, an alle wird letzte Hand angelegt. „Mit rund 1000 Teilnehmern rechnen wir dabei.“ In der nächsten Woche kommen die „Bilder-Verantwortlichen“ zu einer letzten Beratung zusammen, wo ihnen Stellplätze und der genaue Ablauf zugewiesen werden. Die „Party-Beamtin“ aus dem Rathaus weist auch noch einmal die Idee einer Tribüne, von der Bürgermeister und Gäste den Festumzug betrachten können, weit von sich. „Das Stadtoberhaupt, die Stadtvertreter und die ausländischen Gäste marschieren an der Spitze des Festumzuges durch die Stadt.“
Christine Bülow verrät einen Monat vor dem entscheidenden Festwochenende auch schon manches Detail. So freut sich die Organisationschefin darüber, dass sich der Mittelalter-Markt aus Rostock angesagt hat, die mit Buden, Kostümen und Vorführungen das „finstere Zeitalter“ auch an der Müritz wieder auferstehen lassen. Noch mehr Historie gefällig? Aus Berlin reisen Männer an, die ihre Freizeit am liebsten um 200 Jahre vorverlegen. In einem Zeltlager am Kietz campieren Fans der Napoleonischen Befreiungskriege, die mit historischen Uniformen, Waffen und Alltagsgegenständen die Jahre zwischen 1813 und 1815 nachspielen. Selbstverständlich, heißt es, werden sich die historischen Krieger auch an dem Festumzug beteiligen.

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