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Amt prüft „Flucht“ des Buchholzer Storches

VonPetra Konermann

Das Rätselraten um den Buchholzer Adebar geht weiter – nicht nur unter den Einwohnern des Dorfes, sondern auch in der Kreisverwaltung.

Buchholz.Warum hat das erfahrene Buchholzer Storchenpaar mitten in der Brutzeit sein Nest verlassen? Wie es scheint, hat mehr als eine Woche nach der „Flucht“ der Tiere (der Nordkurier berichtete) niemand, auch Experten nicht, eine Antwort auf diese Frage. Wie der zuständige Storchenbeauftrage Wilhelm Erichson jetzt erklärte, sei zumindest klar, dass das Buchholzer Paar bereits mit der Brut begonnen hatte.
„Zu den Ursachen, warum die Störche Buchholz verlassen haben, können wir noch keine Aussage treffen. Wir prüfen weiter“, sagt Haidrun Pergande, Pressesprecherin des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, auf Nachfrage. Zu einem möglichen Zusammenhang mit den Bauarbeiten neben dem Storchenhorst will sich die Kreisverwaltung nicht äußern. Nur soviel: „Die Baugenehmigung für das Haus neben dem Storchennest enthält in den Nebenbestimmungen die Auflage, dass in der Zeit vom 1. März bis zum 15. August keine Baumaßnahmen durchgeführt werden dürfen. Unbenommen davon ist jedoch nicht klar, warum die Störche das Nest verlassen haben“, heißt es schriftlich aus der Neubrandenburger Verwaltung.
Die Ursachen für so eine „Nestflucht“ können vielfältig sein, erklärt auch der Storchenbeauftragte Erichson. „Das kann ein Knall sein, das können grelle Farben sein. Es ist wirklich schwierig, das im Nachhinein zu klären“, bestätigt er. Erichson kümmert sich derzeit um 18 Brutpaare im Altkreis Röbel. Er weiß aus seiner fast 25-jährigen Tätigkeit als Storchenbetreuer, dass das Zusammenleben von Mensch und geschütztem Vogel nicht immer einfach ist. So ließ Erichson sogar mal einen Storchenhorst umsetzen, weil ein Anwohner sich nicht mit den Vögeln anfreunden konnte und von Storchenkot auf Dach und Auto gestört war. Nichtsdestotrotz freut sich Wilhelm Erichson in diesem Jahr über vier neue Storchenpaare in dem von ihm betreuten Gebiet. Herr und Frau Storch haben sich in Ludorf, Lärz, Massow und Solzow neu niedergelassen. „Ob 2013 auch ein gutes Storchenjahr ist, das werden wir in ein paar Wochen wissen, wenn die Jungen geschlüpft sind“, meint der Fachmann. In Buchholz wird das Verschwinden der Storchenpaares unterdessen bedauert. „Es ist wirklich schade, dass die Tiere weg sind. Sie waren ja so etwas wie ein Wahrzeichen für das Dorf“, meint Bürgermeister Norbert Gehl (parteilos). Er hofft nun, dass das Paar im nächsten Jahr zurückkehrt.

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p.konermann@nordkurier.de

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