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Auch ein Dorf hat seine Jubiläen

Schon 675 Jahre alt ist Grabowhöfe. Das wird im August groß gefeiert, und zwar endlich wieder im Park, den vor drei Jahren der tornadoähnliche Sturm verwüstet hat.   Foto: silke Voß
Schon 675 Jahre alt ist Grabowhöfe. Das wird im August groß gefeiert, und zwar endlich wieder im Park, den vor drei Jahren der tornadoähnliche Sturm verwüstet hat. Foto: silke Voß

VonSilke Voß

Das kleine Grabowhöfe kann mit vielen interessanten Zahlen aufwarten. Das Dorf wird 675. Die Feuerwehr im nächsten Jahr 80. Und der Bürgermeister 33.

grabowhöfe.Wussten Sie schon, dass nicht nur die „Großen“ ihre Jubiläen in diesem Jahr feiern? Waren und Penzlin werden 750, aber auch die „Kleinen“ haben was zu bieten: Grabowhöfe und Baumgarten zum Beispiel werden in diesem Jahr 675 Jahre alt, wie deren Bürgermeister Enrico Malow stolz mitteilte.
Und weil das Gemeindeoberhaupt sich rührig auch um all die anderen Ortsteile seiner Gemeinde kümmert, vergisst er auch nicht, schnell die anderen Jubiläen zu nennen: Denn die Grabowhöfer Ortsteile Vielist und Sommerstorf feiern im nächsten Jahr ihren 725. Geburtstag.
Richtet die Gemeinde in jedem Jahr ein Fest für ihre Einwohner aus, so soll das Jubiläum Grabowhöfes und Baumgartens natürlich etwas ganz Besonderes werden. „Im August können wir wieder im Park feiern, den der tornadoähnliche Sturm vor drei Jahren so arg verwüstet hat“, freut sich Enrico Malow mitteilen zu können.
Mit Hilfe einer großzügigen Finanzspritze aus Schwerin von 30 000 Euro nämlich wurde das Areal wieder hergestellt. Die Bäume – die „wütende Doris“ hatte sogar alte Eichen entwurzelt – wurden nachgepflanzt und sogar die Tanzfläche erneut hergerichtet.
Dias lassen in einer laufenden Projektion die letzten 50 Jahre in der Geschichte von Grabowhöfe Revue passieren. Erinnert werden soll an diesem Abend an das große Ugunglück von 1982, als bei Grabowhöfe ein Zug auf der Strecke Rostock-Berlin entgleiste. An den inferno-ähnlichen Brand der Hoffahrtscheune 1974.
An das rege Schulleben, das das Dorf prägte. An die Zeiten, als Grabowhöfe als sozialistisches Vorzeigedorf galt. Als das Gutshaus seinem Namen als „Weißes Haus“ noch gerecht wurde, dafür aber der Park eingezäunt, nur durch ein Tore und nicht für jedermann begehbar gewesen sei, so Malow.
Über all das können sich die älteren Grabowhöfer Bewohner mit den jungen an diesem Parkfest rege austauschen, wünscht sich der Bürgermeister. Der sich als Kind Grabowhöfes übrigens selbst sehr gut an Vieles erinnern kann.
Zum Beispiel auch daran, dass Grabowhöfe lange ein Einzugs-Zentrum nördlich von Waren gewesen sei.
Noch heute leben hier 600 Einwohner, gibt es Ärzte, einen Konsum und bald auch einen schönen, neuen, großen Kindergarten.
Wenngleich manches nicht mehr sei, wie es mal war: Schon lange hält hier kein Zug mehr, und auch ein Bahnhofsgebäude kündet nicht mehr von den Zeiten, als man in Grabowhöfe noch ein- und ausstieg.
Dafür kann das Dorf mit allerlei anderen Attraktionen aufwarten, die einen Stopp lohnen: Wenn Enrico Malow für seine Gemeinde wirbt, erzählt er zum Beispiel gern, dass man nicht unbedingt nach Afrika reisen müsse, um Exoten zu sehen: Denn Dirk Longino hält hier Dromedare, die statt Kühen am Dorfrand weiden und für manches Augenreiben bei vorbeifahrenden Autofahrern sorgen.
Und noch ein Jubiläum kündet Malow zu guter Letzt an: Im nächsten Jahr wird die Grabowhöfer Feuerwehr 80. Nicht zu vergessen die Ortsteile: Die Vielister Brandleute feiern den 65. Dem gemeindeoberhaupt entgeht kein Jubiläum. Aus dem Schweriner Landesarchiv hat er sich sämtliche Daten herausgesucht. „Das wird alles genau registriert!“ Auch, dass der Bürgermeister vor exakt vier Jahren in sein Amt gewählt wurde.
Übrigens feiert er in diesem Jahr noch ein Jubiläum: Seinen 33. Geburtstag.

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s.voss@nordkurier.de

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