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Auf Baustelle muss jetzt mit Beton nachgebessert werden

VonSören Musyal

Durch die Malchower Behelfsbrücke fahren stündlich Dutzende Boote. Mittendrin statt nur dabei ist ein Taucher, der erneut für die neue Drehbrücke schuften muss.

Malchow.Haben Sie Ihren Kopf schon mal unter Wasser gehalten, wenn ein Dampfer vorbeituckert? Es gibt sicher Angenehmeres, doch für den Taucharbeiter an der Malchower Drehbrücke gehört das dieser Tage zum Arbeitsalltag.
So waren die Mitarbeiter der TAI GmbH aus Falkenhagen auch jetzt wieder an der Baustelle der neuen Drehbrücke im Einsatz. Die Schlossverdichtungen der neuen Spundwände mussten wider Erwarten versiegelt werden. „Wir dachten eigentlich, die Wände seien dicht“, verrät Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne). Nun aber drohe das Wasser des Malchower Sees in die Baustellen zu dringen. „Wir rechnen da mit großen Wassermengen.“ Deshalb habe man schnell reagieren müssen. Mit der Sicherung der Baustelle soll den Fluten nun vorgebeugt werden.
Der Taucher verwende schnell abbindenden Beton, so Stein. Damit könne dieser auch unterWasser eingesetzt werden. Gemischt wird er aber von einem Mitarbeiter in einem Beiboot, dass beständig über dem Taucher im Malchower See dümpelt.
Aus der Sprechverbindung zwischen Taucher und Landpersonal dringen ab und an Anweisungen, aber auch für Smalltalk ist Zeit. Wenn-
gleich der Mann unter der Wasseroberfläche auch sagen muss: „Ganz schön anstrengend hier unten.“ Aber man könne ja nicht immer Kuchen essen.
Glück für Stein, denn geplant sind diese Arbeiten nicht gewesen und schließlich gilt es, einen Zeitplan einzuhalten.„Morgen sind noch die Spundwände auf der Inselseite dran und dann müssen wir den Platz für das Fundament noch zwei Meter tief ausheben.“ Zudem müssten die frisch versenkten Bohrpfähle gestutzt werden, damit diese besser mit dem neuen Fundament der Brücke verbunden werden können. Viel zu tun also, denn gleichzeitig wird in Karstädt an der neuen Drehbrücke geschraubt. „Ohne Fundament kann die Brücke natürlich nicht in Malchow montiert werden“, stellt Stein klar.
Druck, der auch auf den Arbeitern aus Falkenhagen lastet. Dabei ist die Arbeit, abgesehen vom Tauchgang an sich, nicht ungefährlich. An manchen Stellen ist der Mann mit der Taucherglocke in der Wasserstraße selbst tätig. Also dort, wo Dampfer und Boote die Brücke durchfahren. Wann er aber letzten Endes wieder auftauchen würde, konnte sein Kollege nicht genau sagen. „Spätestens dann, wenn er auf die Toilette muss“, sagt er lächelnd.

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red-neubrandenburg@nordkurier.de

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