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Aus für Regionale Schule in Röbel läutet neue Ära ein

Von unserem Redaktionsmitglied
Elke Enders

Der Übergang ist fließend und verläuft für Außen- stehende fast unbemerkt. Dennoch ist der Beschluss, den die Stadt Röbel für ihre Schullandschaft jetzt gefasst hat, zukunftsweisend.

Röbel.Es war ein unspektakulärer Beschluss – der erwartungsgemäß einstimmig ausfiel. Die Röbeler Stadtvertreter haben in jüngster Sitzung das Aus der Regionalen Schule am Gotthunskamp zum Ende des Schuljahres 2012/13 besiegelt. Überraschend kam die Aufhebung der Schulträgerschaft nicht. Sie ist „die logische Konsequenz“ aus einem Weg, den die Röbeler bereits vor Jahren eingeschlagen haben, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht.
„Die Eltern unserer Schüler wissen seit Langem Bescheid“, sagte auch Hans-Dieter Richter, Leiter der Schule am Gotthunskamp, gestern auf Nordkurier-Nachfrage. Er ist zugleich Stadtvertretervorsteher und leitete die jüngste Sitzung im „Haus des Gastes“. Laut Paragraf 108 des Schulgesetzes dürfe der Schulträger über die Aufhebung von Schulen auf der Grundlage des Schulentwicklungsplans befinden, ist der Beschlussvorlage zu entnehmen. Bereits am 28. Oktober 2010 hatte das Schweriner Bildungsministerium der Änderung der Röbeler Schulstruktur per Schreiben grünes Licht erteilt: Beginnend mit dem Schuljahr 2010/2011 sollte die Schulform durch „jahrgangsweises Auslaufen“ aufgehoben werden – vorbehaltlich des endgültigen Beschlusses der Stadtvertretung, der nun gefasst wurde.
Verbunden mit der Auflösung der Regionalen Schule ist der Aufbau der Kooperativen Gesamtschule, der in Röbel seit dem Schuljahr 2010/11, beginnend mit den Jahrgangsstufen 5 und 7, ebenso fließend erfolgt. Weil im Sommer nun der letzte eigenständige Bildungsgang (die jetzige 10. Klasse) der Regionalen Schule ausläuft, gleicht die Auflösung einer Formalie. Die Aufhebung der Regionalen Schule werde nun mit Vorliegen des Beschlusses beim Bildungsministerium beantragt, heißt es. Eine Lücke in der Schulversorgung wird es dadurch nicht geben. Dafür hatte die Stadtvertretung vorgebaut und bereits am 28. September 2010 sich zur Übernahme der Schulträgerschaft für die Kooperative Gesamtschule gemäß Paragraf 104 Schulgesetz bekannt. Bürgermeister Heiner Müller (SPD) sieht damit die Stadt Röbel schultechnisch für die Zukunft gut gerüstet, wie er während der Sitzung betonte.
„Wir sind im Finalprozess“, schätzte auch Schulleiter Hans-Dieter Richter ein. Er sei ständig unterwegs, um den Schulverbund mit der „richtigen Basis“ zu versehen und bereite gerade die näch-
ste Elterninformation vor. „Es soll, muss und wird uns gelingen, zwei Schulformen unter einem Dach zu vereinen“, zeigte sich Richter optimistisch. Besonders wertvoll sei ihm, den gymnasialen Bildungsgang nicht aus Röbel zu verlieren. Dabei räumte er ein, dass die entsprechenden Jahrgangsstufen 10 bis 12 vorerst weiter am Gildekamp verbleiben.

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