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Besen, Warze, Buckel: Penzlin fetet

Gespanntes Warten auf das Blubbern: Der neue Springbrunnen wurde von den Hexen und Zaubermeistern aus der AWO-Kita begeistert eingeweiht. Der Bildhauer Günter Kaden hatte von der Stadt den Auftrag bekommen, für einen Hingucker im Straßenbild zu sorgen.  FOTOs: Carsten Schönebeck
Gespanntes Warten auf das Blubbern: Der neue Springbrunnen wurde von den Hexen und Zaubermeistern aus der AWO-Kita begeistert eingeweiht. Der Bildhauer Günter Kaden hatte von der Stadt den Auftrag bekommen, für einen Hingucker im Straßenbild zu sorgen. FOTOs: Carsten Schönebeck

VonCarsten Schönebeck

Mit ein wenig Zauberei wäre es vielleicht schneller gegangen. Fast fünf Monate verspätet konnten die Penzliner den Abschluss der Bauarbeiten in der Altstadt feiern - zusammen mit der Walpurgisnacht.

Penzlin.Monatelang hatte eine blaue Plastikfolie verdeckt, was endlich offenbart wurde. Entsprechend groß waren Spannung und Publikum am Dienstag. Die offizielle Einweihung des neuen Hexenbrunnens in der Großen Straße eröffnete in Penzlin auch die Feier der Walpurgisnacht.
Da war es zwar erst Nachmittag, trotzdem hatten sich nicht nur die Kinder der AWO-Kita in die passenden Kostüme geschmissen. Besen, Warzen, Buckel – in Penzlin ist all das schwer in Mode. Der passende Zauberspruch für die Enthüllung war da schnell gefunden. „Walle! walle. Manche Strecke, daß, zum Zwecke, Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße.“ Als hätte der alte Goethe seinen Zauberlehrling just für diesen Moment geschrieben.
Der Brunnen selbst galt den Feiernden auch als Symbol für den Abschluss der Bauarbeiten in der historischen Altstadt. Seit September 2011 war die Große Straße aufwendig saniert worden. Neue Fahrbahn, neue Gehwege, neue Beleuchtung. Die Witterung hatte die offizielle Übergabe im Dezember verhindert. „Dann wollten wir auf das Frühjahr warten und das hat ja ein bisschen gedauert“, scherzte Bürgermeister Sven Flechner (WPL) bei seiner Ansprache.
Mehr als zwei Millionen Euro flossen für die Maßnahme. „Exakt können wir es gar nicht sagen. Einige Rechnungen sind noch nicht bei uns eingetroffen“, erklärte Flechner am Dienstag.
Der Bürgermeister kann der anstehenden Post aber relativ gelassen entgegen sehen. Schließlich wird der Löwenanteil des Bauprojektes nicht aus der Stadtkasse, sondern aus Fördermitteln von Land und Bund beglichen. Der Abwasserzweckverband hatte sich ebenfalls an den Kosten beteiligt. Bei den Bauarbeiten wurde auch das Leitungsnetz unter der Straße völlig erneuert.
Hexen, Teufel und Zivilisten zog es im Anschluss zur alten Burg. Leicht verfrüht, aber dafür mit kräftigem Gesang wurde der Maibaum im Burghof aufgerichtet. Unterhalb im Burggarten hatten Hexen und Tänzerinnen da schon die Bühne in Beschlag genommen. Und auch wenn sich der Bürgermeister noch kurz vorher für den Lärm durch die Bauarbeiten entschuldigt hatte, an diesem Abend durfte es ruhig ein bisschen lauter sein. Schließlich war sprichwörtlich die halbe Stadt auf den Beinen. Hunderte bevölkerten den Festplatz bis in die späten Abendstunden.

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