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Bibliotheksnutzer liest seit 50 Jahren „Querbeet“

VonSören Musyal

In der Bibliothek gibt’s mehr als nur Bücher. Denn die
waren es wohl nicht, die
Gerhard Moeller vor fünf Jahrzehnten dort hin lockten.

Malchow.Nachteile hat es sicher nicht, eines der ältesten Mitglieder der Bibliothek zu sein. Ganz im Gegenteil: „Wenn das nächste Buch einer Trilogie herauskommt, dann wird mir das auch mal zurück gelegt“, erklärt Gerhard Moeller.
Er ist nun seit etwa 50 Jahren treuer Nutzer der Malchower Bibliothek. Da überrascht es kaum, dass die Mitarbeiter eine leise Ahnung davon haben, was Moeller gern liest. Obwohl: Eigentlich lese er alles, „Querbeet“, wie er sagt.
Wann genau er allerdings Mitglied in der Bibliothek wurde, weiß der ehemalige Lehrer für Geografie und Englisch nicht mehr. „Das muss Anfang der Sechziger gewesen sein“, erinnert er sich. Recht spät also, denn Moeller ist Jahrgang 1924. Wieso er aber dann auf einmal Mitglied wurde? „Vielleicht, weil meine Frau dort tätig war“, sagt er lächelnd. „Also damals waren wir noch nicht verheiratet.“ Das hätte sich später ergeben. Ob es was mit den Bibliotheksbesuchen zu tun hat? Wer weiß das schon.
Heute gehe er noch alle drei bis vier Wochen zur Bibliothek. Immer dann, wenn er die alten Bücher fertig gelesen habe. „Meistens weiß ich dann schon, was ich als nächstes lesen möchte“, erklärt Moeller. Dann brauche er nur 15 Minuten in der Bibliothek. Wenn er seinen Zettel aber mal vergisst, werde es schon schwieriger. „Dann schaue ich mal links und rechts oder bei bekannten Namen.“ Man stöbere halt ein wenig. Oder man verlässt sich auf Altbekanntes: „National Geographic“ lese er nach wie vor. Auch wenn sein hohes Lesepensum nichts mit seinem Beruf zu tun habe.

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