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Brandgefahr: Der Frühling lässt die Funken fliegen

Der Brand am Nesselberg war schnell gelöscht. Sträucher hatten dort am Donnerstag Feuer gefangen.  FOTO: Stephan Radtke
Der Brand am Nesselberg war schnell gelöscht. Sträucher hatten dort am Donnerstag Feuer gefangen. FOTO: Stephan Radtke

VonCarsten Schönebeck

Kaum ist der Schnee geschmolzen, da heulen die Sirenen der Feuerwehren. Die ersten Frühlingstage brachten gleich zwei Flächenbrände in der Müritzregion.

Waren.Rund 20 Quadratmeter Buschwerk lichterloh in Flammen. Als die Warener Brandbekämpfer am Donnerstagabend zum Nesselberg ausrückten, waren ihre Kollegen aus dem Amt Penzliner Land gerade erst wieder zu Hause. Sie hatten es mit einem Brand in Mallin zu tun (der Nordkurier berichtete). Zwei Brände an einem Tag, das kann doch kein Zufall sein. Ist es auch nicht.
Forstleute und Feuerwehrmänner sind sich einig. Sie geben dem Wetter die Schuld. Dabei hat sich die Sonne gerade erst gezeigt. Und trotzdem: „So ein bisschen Regen wäre nicht verkehrt“, sagt Uwe Henning, Wehrführer für das Amt Penzliner Land. Gerade der Frühling ist für die Retter eine brenzlige Zeit. „Dieses Jahr kommt alles etwas später, aber der erste Sonnenschein ist immer gefährlich“, sagt er. Waldbrände seien im Frühjahr häufiger als in so manchem Sommer.
Denn noch steht auf den Grünflächen das tote Gras des vergangenen Jahres. An feuchte Wiesen ist da vorerst nicht zu denken. Denn die Niederschläge des langen Winters konnten die abgestorbenen Pflanzen nicht speichern. Der Wind tut sein übriges zur Austrocknung. „An manchen Stellen reicht zur Zeit schon eine glimmende Zigarette, um einen Brand auszulösen“, sagt Henning.
Bisher hätten er und seine Kameraden Glück gehabt, dass es nicht in der Nähe von Wäldern zu Bränden kam. Die Bäume selbst seien zwar nicht trocken, aber wenn am Waldboden erst mal die Flammen zucken, spiele das keine Rolle mehr. Auch beim Anfachen und Verbreiten des Feuers spielt der kräftige Wind eine Rolle, der zur Zeit die Region durchweht.
Die Forstämter rund um die Müritz warnen inzwischen vor erhöhter Gefahr. Die Waldbrandstufe wird dort täglich neu bestimmt. „Wir haben die erste Waldbrandstufe für unseren Bereich ausgelöst“, erklärt Nadine Rahm, Expertin für Waldschutz beim Forstamt Nossentiner Heide. Derzeit müssten zwar noch keine Bereiche gesperrt werden, trotzdem sollten Waldbesucher in diesen Tagen besonders vorsichtig sein. „Im Wald darf unter keinen Umständen Feuer gemacht werden. Auch das Rauchen ist verboten“, so die Expertin. Für sie kommt das hohe Risiko allerdings nicht überraschend: „Offiziell beginnt für uns die Waldbrand-Saison schon am 1. März. Da lag das trockene Gras allerdings noch unter einer dicken Schneedecke.“

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