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Brutaler Übergriff auf 29-jährigen Röbeler

Die Hohe Straße in Röbel: Im Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses ereignete sich die folgenschwere Tat.  FOTO: Enders
Die Hohe Straße in Röbel: Im Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses ereignete sich die folgenschwere Tat. FOTO: Enders

Von unserem Redaktionsmitglied
Elke Enders

Blaulicht und Martinshorn bestimmen die Szenerie: Was sich gestern Morgen in der sonst eher beschau- lichen kleinen Müritzstadt zugetragen hat, liefert den Stoff für einen Krimi.

Röbel.Für Außenstehende sah es zunächst nach einem ganz normalen Krankentransport aus. Gegen halb neun gestern Vormittag wendete ein Rettungswagen in der Röbeler Hohen Straße. Dann preschte er mit Blaulicht in Richtung Kreisel/Bahnhofsstraße, wo auf einer Freifläche der Helikopter landete. Doch der Grund der Krankenfahrt war kein alltäglicher, wie auch die Mitarbeiter eines Elektroartikelgeschäfts bald erfahren sollten. Am frühen Morgen war ein 29-jähriger Röbeler in seiner Wohnung, gleich über dem Laden, Opfer einer Straftat geworden.
Dabei war es ein Nachbar, der die Schreie des hilflos daliegenden Mannes hörte. Kurz vor sieben Uhr verständigte er die Polizei, die umgehend vor Ort eintraf. Zunächst konnte ein mutmaßlicher Täter vorläufig festgenommen werden, als dieser die Wohnung fluchtartig verließ. Später ging den Beamten noch ein zweiter Tatverdächtiger ins Netz.
Der Verletzte indes wurde ins Klinikum nach Neubrandenburg geflogen. Die Verletzungen seien erheblich,
ersten Einschätzungen zufolge aber wohl nicht lebensbedrohlich: „Nach der Erstversorgung konnte der Verletzte befragt werden, er war ansprechbar“, berichtete Polizeihauptkommissar Andreas Scholz vom Neubrandenburger Polizeipräsidium. Warum die Täter zugriffen, war noch unklar. Der „Verdacht des schweren Raubes“ hätte sich erhärtet, sagte Scholz. Die Festgenommenen hatten Gegenstände bei sich, die vermutlich aus der Wohnung des Opfers stammten, hieß es. Welche, wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht preisgeben. In Röbel, wo sich das Geschehen nur allmählich herumsprach, war immer wieder von einer Messerstecherei die Rede – „dass dem Opfer in den Kopf gestochen wurde“. Etwas, was die Polizei konkret nicht bestätigte. Nur soviel: Das Opfer war blutüberströmt und hatte Wunden an Kopf und Körper sowie Verletzungen an Schulter, Armen und Beinen. Ob mit einem Gegenstand oder Fäusten geschlagen oder mit Füßen getreten wurde, darauf legten sich die Beamten nicht fest. Möglicherweise wären auch Gliedmaßen gebrochen, hieß es zunächst.
Ausgeschlossen wird seitens der Kripo, dass die Tat politisch motiviert ist. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um einen 22-jährigen Mann aus Sachsen sowie um einen 32-Jährigen aus dem Landkreis Parchim. Ob sich Täter und Opfer kannten, wurde seitens des niedergeschlagenen Mannes bei ersten Befragungen verneint. Allerdings stand der Mann unter den Eindrücken der Tat, schwebte in einer Art Schockzustand, gab der Polizeisprecher zu bedenken. Derartige Äußerungen müssten daher noch geprüft werden.
Viele Röbeler reagierten schockiert. „Wenn ich höre, dass das mit Raub zu tun hat, wird mir ganz anders“, war von Anwohnern zu hören.

Kontakt zur Autorin
e. enders@nordkurier.de

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