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Bummelmeile wird in die Zange genommen

Das Gebiet rund um das Ehrenmal an der Bahnhofstraße wird zu einer grünen Oase umgestaltet. Brunnen und Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Die Bauarbeiten sorgen dennoch für Ärger.  Fotos (2): Petra Konermann
Das Gebiet rund um das Ehrenmal an der Bahnhofstraße wird zu einer grünen Oase umgestaltet. Brunnen und Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Die Bauarbeiten sorgen dennoch für Ärger. Fotos (2): Petra Konermann

VonPetra Konermann

Malchow ist momentan vor allem durch zwei Groß-Baustellen geprägt. Das Projekt Drehbrücke und die Umgestaltung des Ehrenmals an der Bahnhofstraße haben die Einkaufsmeile der Inselstadt regelrecht eingeschnürt. Kritik bleibt da nicht aus.

Malchow.Grün ist die Modefarbe dieser Saison. In dem Geschäft „Cinderella“-Moden von Dirk Klevenow in der Güstrower Straße keimt die Farbe der Hoffnung allerdings nur auf den Kleiderstangen. Der Geschäftsinhaber selbst schaut mit echter Sorge auf die nächsten Monate.
Denn die Kunden bleiben aus. Und Touristen, die die Inselstadt bald bevölkern und hoffentlich auch Lust aufs Shoppen haben, werden die Geschäfte in der Güstrower Straße kaum finden, befürchtet Dirk Klevenow. „Die müssen wegen der Drehbrücke lange Umleitungen fahren. Für Ortsfremde ist es schwierig, sich bei den zusätzlichen Umleitungen wegen der Baustelle zu Beginn der Güstrower Straße zurechtzufinden“, meint der Unternehmer.
Seine Kritik: „Warum müssen beide Projekte gleichzeitig realisiert werden. Das hätte man auch anders planen können“, richtet er seine Protest ans Malchower Rathaus.
Hier hat Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) nach eigenen Aussagen großes Verständnis für die Lage der Unternehmer, die vor allem wegen der Vollsperrung der Insel-Querung wirtschaftliche Einbußen in Kauf nehmen müssen. „Die Problematik ist mir bewusst“, betont er. Gleichzeitig weist Stein darauf hin, dass die Baustelle an der Kreuzung Bahnhofstraße, Stauffenberg-Straße, Güstrower und Gartenstraße bereits im Herbst vergangenen Jahres begonnen wurde, um sie so schnell wie möglich zu beenden. „Gerade weil wir die Parallelität beider Baustellen verhindern wollten“, so Stein weiter.
Doch der lange Winter habe diesen Planungen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt müsse man das Projekt durchziehen. „Wir bekommen Unterstützung für die Umgestaltung des Bereiches. 60 Prozent der Bausumme von insgesamt rund 600 000 Euro wird gefördert. Gelder werden künftig knapper, auch Fördermittel fließen weniger. Wir müssen alles rausholen, was geht“, ist Steins Auffassung. Er ist sich sicher, dass die Neugestaltung des Eingangsbereiches der Güstrower Straße auf enorme Aufwertung für die Stadt und vor allem für die Güstrower Straße darstellt und gleichzeitig ein attraktives Pendant zur Drehbrücke darstellt.
Ob alle Geschäftsleute in der Güstrower Straße oder der Insel so lange warten können, daran hat Unternehmer Dirk Klevenow so seine Zweifel. Er betreibt Geschäfte in Waren und Röbel und kann Verluste in Malchow ausgleichen. „Aber das ist nicht bei jedem Kollegen der Fall. Bei einigen sieht‘s jetzt schon düster aus“, weiß Klevenow.

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p.konermann@nordkurier.de

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