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Bürger-Stammtische sollen lange Durststrecke beenden

Mit Priborn soll es noch lange nicht zu Ende sein. [KT_CREDIT] FOTO: thb
Mit Priborn soll es noch lange nicht zu Ende sein. [KT_CREDIT] FOTO: thb

VonThomas Beigang

In Priborn muss wieder enger zusammengerückt werden. Das raten Wissenschaftler aus der Großstadt der kleinen Gemeinde.

Priborn.Keine Schule, die Arztpraxis leer, die Gaststätte schon lange dicht und auch der Konsum im Dorf ist Geschichte. In Priborn, dem einstigen DDR-Vorzeigedorf, muss dringend etwas geschehen. Bürgermeisterin Elvira Doehring (Linke) will deshalb ihr Dorf wieder lebenswert für alle Einwohner machen und hat sich wissenschaftlichen Beistands bedient. Am Wochenende debattierten 20 Einwohner der kleinen 320-Seelen-Gemeinde mit Professor Henning Bombeck und Ute Fischer-Gaede von der Schule für Landentwicklung Mecklenburg-Vorpommern der Uni Rostock über Möglichkeiten, die Entwicklung in Priborn wieder umzukehren. Das Ziel haben die Wissenschaftler formuliert: „Nachdenken über einen Neubeginn für mehr Lebensqualität in Priborn“.
„Ich bin jetzt wieder optimistischer“, so die Bürgermeisterin nach den stundenlangen Debatten am Wochenende. Und erste Schlussfolgerungen hat das Gemeinde-Oberhaupt auch schon gezogen: „Mit den Leuten, die heute hier waren, sind wir uns einig, einen regelmäßigen Bürger-Stammtisch ins Leben zu rufen, wo über alles im Dorf geredet wird.“ Denn nach Ansicht der Rostocker besitzen die Priborner die wichtigste Voraussetzung für mehr Engagement schon: ein „Wohnzimmer“. Der Versammlungsraum der Feuerwehr sollte zum neuen Treffpunkt für Alt und Jung aus dem Dorf werden. „Eine Art Bürgerbüro als Anlaufstelle“, nannte Professor Bombeck das. Es müsse gelingen, die engagiertesten und erfahrensten Bürger mit ins Boot zu holen.
An ihrer Seite weiß Bürgermeisterin Doehring dabei unter anderem die vier Firmen des Dorfes und etliche Einwohner, die wieder zur Zusammenarbeit bereit seien. Auch deshalb sei die Aufgabe der Selbstständigkeit und eine Fusion der kleinen Gemeinde mit Nachbarn noch überhaupt kein Thema im Dorf. Man wisse zwar von Begehrlichkeiten aus Röbel, doch wollen die Priborner unter sich bleiben. Jetzt mit neuem Mut, so Doehring.

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