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Den Doppeldecker hinten im Jumbo-Jet verstaut

Der achtjährige Robert sitzt Probe, zweiter von links: Helmut Hillenbrand, Eigentümer der Baby-Great-Lakes.  FOTO: Enders
Der achtjährige Robert sitzt Probe, zweiter von links: Helmut Hillenbrand, Eigentümer der Baby-Great-Lakes. FOTO: Enders

VonElke Enders

Bei Dixie-Musik und Schwein am Spieß ließen es sich Piloten und Nicht-Piloten im Müritz-Airpark bei den Holzflugtagen gut gehen. Dabei wurde auch manche Story aufgetischt.

Lärz.„Das soll Holz sein, fasst sich an wie eine Plane!“ Die Urlauber aus dem Brandenburgischen staunen nicht schlecht. Ein Holzfliegertreffen, bei dem die Flugzeuge aus Kunststoff sind? Doch Pilot Helmut Hillenbrand aus Bad Nauheim (bei Frankfurt/Main) klärt auf: „Das ist nur die Bespannung, die Tragflächen bestehen ganz aus Holz.“ Der ehemalige Jumbo-Flugkapitän war einer von gut 60 Piloten, die mit ihren Maschinen die 8. Holzflugtage im Müritz-Airpark in Lärz besuchten. Einen Jumbo hatte er natürlich nicht mitgebracht. Dafür aber eine Baby-Great-Lakes, einen knallroten Doppeldecker, der ein echtes Liebhaberstück ist. Binnen zwei Stunden und 40 Minuten „mit Rückenwind“ war der Pilot in Lärz. Das Flugzeug, Baujahr 1973, stammt ursprünglich aus Seattle (USA). Helmut Hillenbrand hatte den Eigenbau dort „gefunden“, als er selbst mit dem großen Passagier-Flieger drüben war. „Ich habe ihn dann einfach hinten in den Frachtraum gestellt“, erzählt er schmunzelnd, wie er ihn „über den großen Teich“ bekam. Wie alles an dem Flieger ist auch der Tank recht klein. Nur Sprit für zwei Stunden passt hinein. Deshalb musste er auf der Tour nach Lärz im Harz zwischenlanden. Würde der Motor mangels Kraftstoff ausfallen, bliebe wenig Zeit, um nach unten zu kommen. Die Segeleigenschaften ohne Antrieb sind nicht allzu gut: „Aus 500 Fuß Höhe wäre man in einer halben Minute unten. Da muss man sich schnell eine Wiese suchen.“
Indes waren längst nicht alle der gemeldeten Flieger zu den Holzflugtagen gekommen. Die vielen Gewitter, die am Anflugtag ringsum in der Luft hingen, hatten abgeschreckt. Dennoch, auch Engländer und Österreicher weilten unter den Teilnehmern.

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