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Die meisten Drogen-Kutscher an der Müritz unterwegs

Inspektionsleiter Siegfried Stang. [KT_CREDIT] FOTO: archiv
Inspektionsleiter Siegfried Stang. [KT_CREDIT] FOTO: archiv

VonThomas Beigang

„Schuld“ an der hohen Entdeckungsrate benebelter Fahrer sind wohl das Festival „Fusion“ in Lärz und ein hoher Verfolgungsdruck durch die Warener Polizei.

Waren.Die Polizei droht schon. Wegen des steilen Anstiegs der Zahl der Kraftfahrer, die im vergangenen Jahr unter dem Einfluss illegaler Drogen standen und dabei erwischt wurden, kündigen die Ordnungshüter auf diesem Gebiet noch mehr Kontrollen an. „Betäubungsmittel“, so der Kriminaldirektor Siegfried Stang, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion Neubrandenburg, „schränken genau wie Alkohol die Fahrtüchtigkeit enorm ein. Wir werden darauf in Zukunft besonderes Augenmerk legen.“
Die Zahl der von der Polizei überführten „Drogen-Kutscher“ ist dabei rings um die Müritz besonders hoch. Unter den im vergangenen Jahr dabei in der gesamten Polizeiinspektion 253 ertappten Kraftfahrern sind allein 113 auf den Straßen der Müritzregion unterwegs gewesen – mehr als in Neubrandenburg (54), Demmin (34) oder Mecklenburg-Strelitz (47). Eine komplette Erklärung dafür kann auch der Vize-Chef des Warener Hauptreviers, Rüdiger Ochlast, nicht liefern. „Vielleicht kommt die hohe Zahl so zustande, weil wir im Umfeld des Festivals Fusion in Lärz häufig Tests durchführen. Aber auch hier in Waren haben sich einige Beamte darauf spezialisiert.“
Zwei Menschen sind im vergangenen Jahren in der Müritzregion bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, heißt es weiter in der Unfallstatistik für das Jahr 2012. 43Menschen sind auf den Straßen der Region schwer verletzt worden. Schlimm genug, aber wenigstens knapp 20 weniger als noch im Jahr 2011.
Mehr noch als illegale Drogen machen den Ordnungshütern Fahrten unter Alkoholeinfluss zu schaffen. 148 der Trunkenbolde sind 2012 von der Polizei am Steuer tappt worden, bei 39 Verkehrsunfällen waren die alkoholisierten Fahrer schuld – auch mehr als noch ein Jahr zuvor. Interessant ebenfalls, dass scheinbar nirgendwo in der Mecklenburger Seenplatte häufiger gegen das Ampel-Rot verstoßen wird als in der Müritzregion. 210 Mal gingen der Polizei diese Sünder ins Netz – und das, obwohl es zum Beispiel in Waren keine einzige Ampel gibt, die mit einem Blitzer gekoppelt ist. Dafür hat Polizeihauptkommissar Ochlast aber eine Erklärung: „Unsere Kollegen sind eben besonders aufmerksam gegenüber solchen Verstößen.“

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