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Ein Musikmarathon der Superlative

Die 12-jährige Magdalena Augustyniuk aus Stettin hat schon beachtliche Erfolge auf dem Akkordeon gefeiert. Sie startete am Freitag in der ersten Wettbewerbsgruppe des 5. Internationalen Malchower Kirchenpreises in der Kirche Göritz. [KT_CREDIT] FOTOs: Oliver Spitza
Die 12-jährige Magdalena Augustyniuk aus Stettin hat schon beachtliche Erfolge auf dem Akkordeon gefeiert. Sie startete am Freitag in der ersten Wettbewerbsgruppe des 5. Internationalen Malchower Kirchenpreises in der Kirche Göritz. [KT_CREDIT] FOTOs: Oliver Spitza

VonOliver Spitza

57 litauische, polnische und deutsche Talente und Ensemble stellen sich an zwei Tagen der Jury des 5. Internationalen Malchower Musikpreises vor.

Göritz.Ein solches Geburtstagsständchen dürfte Eckhard Maronn noch nie erhalten haben: Über drei Stunden Musik auf höchstem Niveau. Für den nun 78-jährigen Professor aus Kamieniec aber am Freitag mehr als ein Geburtstagsgruß, denn er gehörte der neunköpfigen Jury des 5. Internationalen Malchower Kirchenpreises an. Und am Freitag und Sonnabend fanden die Wettbewerbskonzerte in der Göritzer Kirche statt.
„Geburtstagskind“ Professor Maronn hatte selbst ein Geschenk mitgebracht. Dank seiner guten Beziehungen zum Rotaryclub Stettin konnte ein sechster Hauptpreis zur freien Vergabe ausgelobt werden. Aber selbst wenn es 10, 20 oder 30 Hauptpreise zu verteilen gäbe – die Jury dürfte dennoch vor einer schier unlösbaren Aufgabe stehen. So hoch war das diesjährige Niveau, so unterschiedlich aber auch die Zusammensetzung im Alter und in der musikalischen Bandbreite.
Den Auftakt am Freitagnachmittag machten natürlich die „Lokalmatadoren“ von der Kita „Gänseblümchen“ in Göritz, die zehn Steppkes sangen – unterstützt von ihren Erzieherinnen – Frühlings- und Regenlieder. Das zauberte den Gästen ein Lächeln ins Gesicht, aber danach ging es auf einem ganz anderen Niveau weiter. Denn der Freitag war vor allem den Stettiner Gästen reserviert. Und die Polen schickten außerordentliche Talente, zum Teil schon hoch dekoriert bei verschiedenen Wettbewerben, zu diesem Malchower Kirchenpreis. Immer wenn man dachte, das kann ja eigentlich gar nicht mehr überboten werden, heimste der nachfolgende Starter noch mehr Beifall sein. Einziger deutscher Solist am Freitag war Florian Wellhöfer aus Seehausen. Der 13-Jährige spielt seit sechs Jahren Klavier und nimmt zudem bei Kreiskantor Hannes Ludwig Orgelunterricht. Der Achtklässler aus der Freien Naturschule Prenzlau mit dem Berufswunsch Tierarzt startete erstmals in Göritz und brachte seine Variationen zu Bach und Mozart auf der Orgel sicher „über die Bühne“.
Insgesamt 57 von über 80 Anmeldungen hatte die Jury unter Leitung von Gudrun Dietz diesmal zum Wettbewerb zugelassen, darunter Talente aus der ganzen Uckermark und Vorpommern sowie Polen und Litauen. „Es ist schön, dass der Wettbewerb einen festen Platz in der Region und darüber hinaus gefunden hat“, freute sich Pfarrer Thomas Dietz, der den über 40 Helfern vor und hinter den Kulissen dankte, ohne die ein solcher Musikmarathon gar nicht realisierbar wäre. Die Moderation an beiden Tagen hatte diesmal Chorsänger Jürgen Zur aus Pasewalk übernommen. Die Jury wird morgen alle Gewinner der nun sechs Haupt- sowie zwei Sonder- und zehn Motivationspreise schriftlich benachrichtigen. Das festliche Preisträgerkonzert findet am 8. Juni um 18 Uhr in der Göritzer Kirche statt.

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o.spitza@uckermarkkurier.de

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