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Ein Platz für den Heinkelschen „Volksjäger“

VonSilke Voß

Das Luftfahrttechnische Museum hebt ab: Mit einem Bewilligungsbescheid von einer Viertelmillion Euro kann die Einrichtung nun fast fertig saniert werden.

Rechlin.Rund 218 000 Euro fließen in die Renovierung von 273 Quadratmetern Grundfläche deutscher Geschichte. Die ehemalige Erprobungsstelle der Luftwaffe des Dritten Reiches wird weiter aufgemöbelt. Halle 36 mit den Räumen vier und fünf, früher eine Fahrzeughalle, erfährt eine Innenrenovierung und Sanierung der Fassade.
Möglich wird das dank einer Förderzusage durch das StaLU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt), gestern Vormittag vor Ort überreicht von Dagmar Wilisch als Koordinatorin der Aktionsgruppe Seenplatte-Müritz, die den Förderantrag der Museumsvereine bearbeitet hat. Mit dabei Förderer des Museums aus ganz Deutschland wie Werner Böhmer, der extra aus Hamm „eingeflogen“ ist. Sehr zur Freude von Olaf Bauer, der kurz vor seinem langjährigen Amtsende noch so einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung seiner Gemeinde als Bürgermeister feiern konnte.
Bauer würdigte die „fleißige ehrenamtliche Arbeit“ des Förder- und des Betreibervereins, dank derer Rechlin eine solch besondere Kultureinrichtung geschenkt bekommen habe. Und dank der großen Spenden auch aus den alten Ländern. Bauer sprach mit Hochachtung von der Tätigkeit vieler Mitglieder aus Rechlin und Umgebung, denen man sehr dankbar sein könne. Er hofft, dass auch mehr Schüler an einem Museumstag diese bildungsfördernde Einrichtung, in der schließlich sehr anschaulich diese „wirklich schicksalhafte“ Geschichte erlebt werden könne, wahrnehmen würden. Bereits „1917 von Kaiser Wilhelm II als Erprobungsstelle geschaffen und ab 1933 im Dritten Reich neu belebt“ würden viele Ereignisse von der „Bombardierung bis zum Zusammenbruch“ sehr anschaulich dargestellt. Auch der Vorsitzende des Luftfahrttechnisches Museum Rechlin e.V., Georg Schubert, freut sich, zum Beispiel endlich den „Volksjäger Heinkel 162“, der sonst nur im Depot stand, öffentlich ausstellen zu können. Jetzt würden die Bauaufträge ausgeschrieben und dann müsse man sich sputen: Denn bereits bis November müsse diese dritte Ausbaustufe, für die die Gemeinde 71 000 Euro beisteuern muss, fertiggestellt sein. Gefördert wird die Maßnahme mit 183 000 Euro. Dann soll das Museum zu 80 Prozent saniert sein. Schließlich sei seit 1945 nichts mehr gemacht worden, Putz, Heizung, E-Installation würden erneuert, natürlich unter Denkmalschutzmaßgaben.
Bauer hofft, dass die Einrichtung, ein „kultureller Leuchtturm für Rechliner und Touristen“, bis Ende 2014 mit Ende der Förderperiode im Land ganz fertig ist.
Wenn dann das Bundeswehrdepot ab 2017 geschlossen wird, sieht der Bürgermeister dort große Möglichkeiten für das Museum in einem tourismusaffinen Gewerbegebiet. „Wie auf dem Präsentierteller liegt dann das Luftfahrttechnische Museum am Eingang der Urlaubsdestination an der südöstlichen Müritz.“

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