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Gegner neuer Windanlagen gehen in die Offensive

Bisher sieht es auch mit Windrädern vor den Stadttoren beschaulich aus. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass bald mehr als 40 weitere Anlagen das Landschaftsbild zerreißen.  FOTO: archiv/CS
Bisher sieht es auch mit Windrädern vor den Stadttoren beschaulich aus. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass bald mehr als 40 weitere Anlagen das Landschaftsbild zerreißen. FOTO: archiv/CS

VonCarsten Schönebeck

Die CDU trommelt gemeinsam mit der Bürgerinitiative in Penzlin gegen neue Anlagen. Dafür greift man auch zu drastischen Bildern.

Penzlin.„Wer kann so etwas wollen?“ Die rhetorisch gemeinte Frage prangt seit einigen Tagen in der Penzliner Innenstadt. Darunter eine Bildmontage, die Dutzende Windräder in der Stadt-Silhouette zeigt. Bisher stehen westlich der Stadt fünf Anlagen mit einer Höhe von 90 Metern. Die Szenarien der Gegner sprechen von gut 40 zusätzlichen Anlagen – mit der doppelten Höhe.
Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Penzlin“ macht mobil. Auf der Straße, wie in den politischen Gremien. Der Hauptausschuss der Stadt hatte im vergangenen Jahr veranlasst, dass der Bau zusätzlicher Anlagen in Penzlin geprüft wird. Ergebnisoffen, wie immer wieder betont wurde. Trotzdem hatten unter anderem die Mitglieder der CDU-Fraktion den Beschluss angefochten – ohne Erfolg. Jetzt nehmen sie neuen Anlauf.
Die Verwaltung prüft weiterhin, unter welchen Bedingungen neue Investitionen in die Windkraft möglich sind. „Wir werden bald ein Ergebnis vorlegen können“, verspricht Bürgermeister Sven Flechner (WPL) auf Nachfrage. Es sei jedoch nicht ganz einfach, belastbare Zahlen von den potenziellen Investoren zu bekommen. Denn die Stadt will am Gewinn beteiligt werden. Man hofft auf mehrere hunderttausend Euro im Jahr.
Die Christdemokraten wollen nun verhindern, dass es zu einem konkreten Vorschlag kommt. Das Thema soll von der politischen Bühne verschwinden, fordern die Mitglieder der Fraktion. Jedenfalls bis zum Ende der Legislaturperiode. In der kommenden Woche wird sich die Stadtvertretung mit dem Antrag befassen. Einen Haken gibt es da aber: Die Legislatur endet in einem knappen Jahr. Dann wird neu gewählt. Norbert Schumacher, Sprecher der Bürgerinitiative, freut sich dennoch über die Initiative aus der CDU. „Wir müssen realistisch bleiben. Und das heißt auch, dass man einer neuen Stadtvertretung keine Verbote erteilen darf“, sagt er.
Im Rathaus ist man weniger begeistert von dem Anliegen. Der Bürgermeister wirft den Christdemokraten Scheinheiligkeit vor. „Das Thema für ein paar Monate zu verschieben, halte ich für wenig glaubwürdig“, sagt Flechner. Er befürchtet, die CDU wolle das Thema für den Wahlkampf nutzen.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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