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Hundedreck: Saisonbeginn im Tretminen-Slalom

Von unserem RedaktionsmitgliedJörg Döbereiner

Zwischen den ersten Frühlingsblumen finden sich eklige Ärgernisse der geliebten Vierbeiner. Noch ist in Waren unklar, ob die Stadtläufer das Problem auch in diesem Jahr bekämpfen werden.

Waren.„Es ist eine Zumutung!“ Eine Warenerin bringt auf den Punkt, was so viele Bürger empfinden, wenn sie in diesen ersten Frühlingstagen den zahlreichen Hundehaufen auf den Bürgersteigen, Plätzen und Grünanlagen der Stadt ausweichen müssen. Offenbar vollkommen unverfroren lassen Hundebesitzer ihren Vierbeinern freien Lauf. Und die setzen ihre Duftmarken wohin sie wollen.
„Dass die Leute so dickfellig sind, ist nicht zu verstehen“, ärgert sich auch Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel. Ein „Brennpunkt“ innerhalb der Stadt sei der Papenberg, dort lägen die braunen Haufen in kurzen Abständen hintereinander. „Es ist unverantwortlich. Kleine Kinder fassen hinein oder nehmen den Kot sogar in den Mund“, sagt Dietmar Henkel. Laut Stadtverordnung begehen die verantwortungslosen Hundehalter damit eine Ordnungswidrigkeit – und die kostet mindestens 35 Euro. Allerdings nur, wenn die Schmutzfinken auf frischer Tat ertappt werden, und das ist laut dem Ordnungsamtsleiter gar nicht so einfach, schließlich drehen viele ihre „Gassi“-Runden in aller Frühe.
Dabei ließe sich der ganze Ärger so einfach umgehen: Im Ordnungsamt und in der Müritz-Information können sich Hundehalter kostenlose Tüten für den Kot ihres Tieres abholen, und diesen damit ordnungsgemäß entsorgen. Auch die Warener Stadtläufer haben solche Tüten dabei, wenn sie möglicherweise ab Mai wieder in der Stadt nach dem Rechten sehen. „Möglicherweise“ – denn noch steht nicht fest, ob sie überhaupt in diesem Jahr ihre Runden drehen. Der Grund: Solange Waren keinen beschlossenen Haushalt hat, hängt die Maßnahme in der Luft.
Andere Städte rücken den Dreckfinken übrigens mit weitaus radikaleren Methoden auf den Leib: In der israelischen Kleinstadt Petah Tikva sind die Hunde in einer DNA-Datenbank erfasst, sodass jeder Haufen per genetischem Fingerabdruck bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt werden kann. Wer erwischt wird, zahlt umgerechnet 130 Euro.

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j.doebereiner@nordkurier.de

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