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Immer Zeit für die Zeitung finden

Das ganze Jahr über feiert Penzlin 750. Geburtstag, auch dank Dagmar Kaselitz. Für ihre Heimatzeitung engagiert sie sich trotz der vielen Arbeit.
Das ganze Jahr über feiert Penzlin 750. Geburtstag, auch dank Dagmar Kaselitz. Für ihre Heimatzeitung engagiert sie sich trotz der vielen Arbeit.

VonCarsten Schönebeck

Ein Leben ohne Zeitung, das kann Dagmar Kaselitz sich nicht vorstellen. Ganz folgerichtig gehört die Penzliner Kultur-Aktivistin zum Leserbeirat der Müritz-Zeitung.

Penzlin.Im Büro von Dagmar Kaselitz türmen sich Aktenordner und Papiere. Im Jubiläumsjahr der Stadt hat die Kulturbeauftragte der Verwaltung alle Hände voll zu tun. Vom Festumzug zum Vortragsabend, von der Band-Auswahl zur Ballonbestellung. Für ihre Heimatzeitung findet sie aber immer noch ein wenig Zeit. Denn die Zeitung gehört einfach auf den Frühstückstisch – jeden Morgen. „Zumindest einen Überblick will ich mir dann verschaffen“, sagt sie. Und abends, nach der Arbeit, geht’s dann ins Detail. „Ich schreibe mir dann morgens immer schon die Seiten raus, die ich noch genauer studieren will.“ Der Lokalteil gehört immer dazu.
Doch Lesen allein reicht ihr nicht aus. Dagmar Kaselitz will helfen, den Nordkurier noch besser zu machen. Seit Anfang des Jahres gehört sie zum neu gegründeten Leserbeirat in der Müritz-Region. Sie sieht sich auch als Mittlerin zwischen den Lesern und ihrer Zeitung. „Wenn jemand Ideen hat, bin ich ansprechbar“, sagt sie.
Dass sie sich trotz Familie, Arbeit und zahlreicher Ehrenämter noch für ihre Heimatzeitung einsetzt, hat einen einfachen Grund: Weil die Zeitung einfach zum Leben dazugehört. „Ohne geht nicht“, ist Dagmar Kaselitz sicher und wundert sich über Bekannte, die so ganz ohne ein Abo auskommen. Auch bei den eigenen Kindern hat sie dieses Phänomen schon beobachtet. Klar, das Große, Weltpolitische das gebe es auch im Internet oder im Radio. „Aber das, was wirklich vor meiner Haustür passiert, das finde ich eben nur in der Zeitung“, sagt sie. Da geht es ihr nicht nur um das Kommunale aus Penzlin. Auch die Nachbarorte und die Gemeinde sind da immer wieder einen Blick auf das gedruckte Papier wert. Dass es dabei mehr um Waren oder Röbel geht als um das benachbarte Neubrandenburg stört sie nicht im Geringsten. „Penzlin gehört einfach zum alten Müritz-Kreis, damit identifiziere ich mich. Und ich glaube, dass geht den meisten Penzlinern so.“ Mit der Themenauswahl im Lokalteil sei sie durch und durch zufrieden. „Ich finde es toll, dass wir auch als kleine Stadt ein offenes Ohr bei der Zeitung finden.“
Und nicht nur die Auswahl der Nachrichten bindet sie an die Zeitung. Auch das Material. „So eine Zeitung ist doch viel kommunikativer, wenn man zusammensitzt“, findet Dagmar Kaselitz. Wie ein Fotoalbum wandern die Seiten durch die Hände der Familienmitglieder, man diskutiere über Artikel, Kommentare oder Interviews.
Die kleinen Geschichten um besondere Menschen und die historischen Beiträge haben es ihr besonders angetan. Da wird auch oft zur Schere gegriffen. „Von den Geburtstagen der Kinder haben wir immer Ausschnitte aufgehoben“, erzählt sie. Aber auch unabhängig von persönlichen Ehrentagen wird eifrig gesammelt. „Das ist wie eine kleine Chronik der Region“, sagt sie.
Und Kritik: Klar gibt es die. „Es wäre toll, wenn im Neubrandenburger Lokalteil öfters steht, was bei uns los ist“, sagt sie. Schließlich sei es nur ein Katzensprung zur Band-Nacht oder zum Burgfest. Da werden wir doch bei den Kollegen mal ein gutes Wort einlegen.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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