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Japanischer Garten in Waren: Kraniche und Kartoffeln

Der japanische Botschafter in Deutschland, Takeshi Nakane, betrachtet nach der offiziellen Eröffnung in aller Ruhe den japanischen Garten in Waren. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang
Der japanische Botschafter in Deutschland, Takeshi Nakane, betrachtet nach der offiziellen Eröffnung in aller Ruhe den japanischen Garten in Waren. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang

VonThomas Beigang

Der Bürgermeister Warens empfiehlt, in der neuesten Attraktion der Stadt am Abend einfach mal den Steinen zu lauschen.

Waren.Tiefe Verbeugungen sind Pflicht. Jedem japanischen Gast im Schaugarten am Tiefwarensee in Waren gebührt die traditionelle Begrüßung. Und derer sind es am Mittwoch-Nachmittag einige gewesen: Gärtner, Gartenarchitekten und der japanische Botschafter in Deutschland, der sich das Ereignis auf keinen Fall entgehen lassen will: Im Jubiläumsjahr der Stadt ist ein japanischer Steingarten eingeweiht worden, der den Namen „Kranich von Waren“ trägt. Bürgermeister Günter Rhein (SPD) kann das mittlerweile sogar auf japanisch sagen: „Waren no tsuru“.
Zehn Tage lang haben Garten-Experten aus Fernost hier geschuftet, um die Idee, die das Stadtoberhaupt einst aus Warens japanischer Partnerstadt Rokkasho mitbrachte, Wirklichkeit werden zu lassen. Möglich wurde das allerdings erst nach einer Spende der Partnerstadt – umgerechnet 23 000 Euro schenkte Rokkasho Waren. Bürgermeister Rhein ist immer noch ganz hin und weg: „Die Cremé de la Cremé japanischer Gärtner hat hier gearbeitet.“ Zehn Tage lang, „ohne Baustellen-Radio“, staunt Rhein, der dann anfängt zu schwärmen und alle darum bittet, abends in aller Stille den Steinen zu lauschen, „denn die haben etwas zu erzählen“.
Ihr vormaliges Leben haben die Findlinge in Warens neuer Attraktion im Kieswerk Kargow verbracht. Nach welchen Prinzipien allerdings Teamleiter Kenichi Itakura die Findlinge auserwählt hat, blieb allen ein Rätsel. Immerhin rund sechs Tonnen wog dabei der schwerste.
Die Danksagungen nehmen kein Ende. Sogar Botschafter Takeshi Nakane bedankt sich – bei den Warenern, die den Mut zu einem solchen ambitionierten Projekt hatten. Und der „Obergärtner“Kenichi Itakura sagte Danke zu den Gastgebern vom Lebenshilfswerk, den Betreibern des Schaugartens. Sie würden, lächelt der Mann aus Fernost, nunmehr immer an Kartoffeln denken, wenn sie etwas von Waren hören. Die muss es für die Männer vom Bau reichlich gegeben haben.

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