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Jugend-Plan fertig: Nur der Bürgermeister weiß nichts

VonThomas Beigang

Heute will eine Arbeitsgruppe in Waren ihr Konzept zum Umgang mit der Millionenspende erklären. Darüber zeigt sich allerdings der Bürgermeister nicht amüsiert.

Waren.Nach Jahren ergebnisloser Arbeit soll nun endlich ein tragfähiger Vorschlag in Sachen Jugendzentrum für Waren vorgestellt werden.
Eine gleichnamige Arbeitsgruppe, der Stadtvertreter Renè Drühl (CDU) vorsteht, will heute der Öffentlichkeit ihr Konzept präsentieren. „Eingeladen sind die Fraktionen des Kreistages und der Stadtvertretung“, so Drühl. Wie der Kommunalpolitiker weiter erklärte, sei das Konzept, das auch eine Diskothek vorsieht, finanziell abgesichert. „Natürlich haben wir auch den Spender der zwei Millionen Euro für das Jugendzentrum, Jost Reinhold, über unsere Ideen informiert.“
Der in der Schweiz lebende Ex-Industrielle, der die Spende vor zweieinhalb Jahren verkündete und wegen der Tatenlosigkeit ein Jahr später wieder zurückzog, sei von dem Konzept sehr angetan und sogar extra deswegen auch in Waren gewesen. Auf der Internetseite des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist bereits angekündigt, der Kreistagsausschuss für Wirtschaft und Tourismus werde sich morgen auch damit beschäftigen.
Darüber zeigte sich Warens Bürgermeister Günter Rhein (SPD) alles andere als angetan: „Wir im Rathaus wissen von nichts“, sagte das Stadtoberhaupt verärgert. Er woll sich auch bei Landrat Heiko Kärger (CDU) darüber beschweren. „Der Amtsleiter für Wirtschaft und Tourismus, Axel Müller, will im Kreistagsausschuss einen Plan vorstellen, den in der Stadt bislang niemand kennt.“ Für Rhein schon klarer Wahlkampf, denn Müller steht als CDU-Kandidat für das Bürgermeister-Votum in Waren zur Verfügung. Auch vor der Landratswahl 2009 in alten Müritzkreis habe die spätere Siegerin Bettina Paetsch (CDU) mit dem Versprechen einer Disko in Waren Punkte gemacht, so Rhein.

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