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Kamera ab! Müritzwächter lassen die Muskeln spielen

Die verschiedenen Einheiten der Wasserschutzpolizei simulieren den Ernstfall. Der Hubschrauber steht normalerweise in Laage. Im Notfall braucht er 20 Minuten, um in Waren zu sein.  FOTOs (2): Musyal
Die verschiedenen Einheiten der Wasserschutzpolizei simulieren den Ernstfall. Der Hubschrauber steht normalerweise in Laage. Im Notfall braucht er 20 Minuten, um in Waren zu sein. FOTOs (2): Musyal

VonSören Musyal

Die Wasserschutzpolizei Waren rückt zum Großeinsatz aus: Schnellboote, Taucher und Hubschrauber sind im Einsatz. Gefahr aber besteht dabei nicht.

Waren.Silvio Rosenthal springt auf und ballt die Fäuste. „Scheiße!“ Dann ist kurz Stille. „War das gut!“ Soeben ist der Hubschrauber der Wasserschutzpolizei über den Kameramann hinweggeflogen. Genauso wie es der Filmer haben wollte.
Rosenthal arbeitet für den Textkontor aus Wismar, der mit der Produktion eines Imagefilms über die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns beauftragt ist.
„Wir wollen den Bürgern zeigen, was die Polizei im Land leistet“, erklärt Roland Vogler-Wander aus der Öffentlichkeitsabteilung des Landesministeriums für Inneres und Sport. In einem dreißigminütigen Film sollen die verschiedenen Einheiten vorgestellt werden. Jetzt ist die Wasserschutzpolizei Warens an der Reihe.
Deshalb waren die Warener Beamten am Vormittag in einer Art Alarmbereitschaft. Grund zur Sorge bestand nicht. Schließlich sollten die Einsatzsituationen nur gefilmt werden. „Dazu gehören bei uns die Kontrolle von Fahrgast- und Charterschiffen sowie die Vermisstensuche“, sagt Ingo Hagen, Polizeihauptkommissar beim Warener Wasserschutz.
Daher war auch der Hubschrauber, der extra aus Laage eingeflogen wurde, über der Müritz unterwegs. „Mit seiner Wärmebildkamera wird er meistens bei der Suche nach Personen eingesetzt“, so Hagen. Heute aber solle er nur möglichst malerisch über die Taucher und Einsatzboote schweben. Kein leichtes Unterfangen: Über Funk klagt der Pilot über leichte Windprobleme. Als der Helikopter dann aber das zweite Mal über Silvio Rosenthal und seine Kamera hinwegfliegt, ist dieser erleichtert. „Immerhin musste das SEK gestern 29 Mal aus dem Auto steigen“, gibt er zu bedenken.
Doch das Ministerium für Inneres hält den Aufwand für gerechtfertigt: „Der letzte Film stammt von 1994. Da trugen die Beamten noch grüne Uniformen“, so Vogler-Wander. Zeitgemäß sei das sicher nicht. Mit dem neuen Film sollen die verschiedenen Polizeiabteilungen nun wieder die Gelegenheit bekommen, sich so zu präsentieren, wie sie wirklich sind.
Fertig werde der Film wohl aber erst im Herbst, meint Nicole Wienke vom Landeswasserschutzpolizeiamt. Dann aber können alle Behörden den Film auf Messen, Polizeitagen oder Präventionsveranstaltungen zeigen.
Damit das klappt, lässt Filmer Rosenthal nach der gelungen Flugaktion schon wieder die Polizeiboote über die Müritz rasen.

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