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Kamerun-Camper radeln bei Wind und Wetter

Handschuhe auf und los geht es! Angelika und Wilfried Krause trotzen den verschneiten Radwegen.  FOTO:Jörg Döbereiner
Handschuhe auf und los geht es! Angelika und Wilfried Krause trotzen den verschneiten Radwegen. FOTO:Jörg Döbereiner

Von unserem RedaktionsmitgliedJörg Döbereiner

Echte Wohnwagen-Fans schrecken vor nichts zurück. In Waren übernachten Urlauber neben Schneehaufen und schwin-
gen sich aufs kalte Rad. „Kamerun“-Chef Wolfgang Neumann kann sich deshalb über mangelnden Zuspruch nicht beklagen.

Waren.Angelika und Wilfried Krause beugen sich im Wohnmobil über eine Müritz-Radwanderkarte. „Wir überlegen, zum Bauernmarkt nach Sietow zu fahren“, sagt Wilfried Krause, „und suchen noch nach einer geeigneten Route, weil nicht alle Radwege frei sind.“ Das blaue Mobil der beiden steht auf dem Camping- und Wohnmobilpark „Kamerun“ in Waren. Drinnen ist es gemütlich warm, draußen hat es maximal fünf Grad über Null.
„Wir haben damit gerechnet, dass es kühl werden könnte“, sagt Angelika Krause, „aber nicht damit, dass noch so viel Schnee liegt.“ Am Mittwoch ist das Ehepaar aus Potsdam angereist, am Montag geht es weiter Richtung Kühlungsborn, danach zurück in den heimatlichen Landkreis Gütersloh.
Den Camping-Urlaub hatten Krauses schon länger gebucht, schließlich müssen sie auf Angelika Krauses Arbeit Rücksicht nehmen. Ausgerechnet für einen bekannten Wohnmobilhersteller arbeitet sie und bekommt dort immer wieder die Gelegenheit, Fahrzeuge zu testen. Vor einem Jahr dann kaufte sich das Ehepaar ein eigenes und reist seitdem damit regelmäßig durch Deutschland.
In der Müritz-Region sind die beiden zum ersten Mal. „Wir haben viel darüber gelesen, wie gut man hier mit dem Rad fahren kann“, sagt Wilfried Krause. Die Warener Innenstadt hat das Ehepaar schon besucht und sich dort mit Fisch eingedeckt. Bevor es mit dem Rad nach Sietow geht, müssen sich die beiden allerdings gut einpacken: Ohne Anorak und Handschuhe geht nichts. Angelika und Wilfried Krause scheint das nicht zu stören, sie radeln frohgemut los.
Ihre Einstellung dürfte Wolfgang Neumann freuen. „Wir hatten von Karfreitag bis Ostermontag etwa 950 Übernachtungen. Für dieses Wetter ist das sehr gut“, so der Mit-Inhaber des Campingparks. Zwar hat sein „Kamerun“ das ganze Jahr über geöffnet, doch hält sich im Winter die Zahl der Gäste in Grenzen. Die Mitarbeiter bereiten in dieser Zeit Messebesuche vor, erstellen Prospekte oder nehmen Buchungen für den Sommer entgegen.
Spätestens seit Ostern läuft das Geschäft aber wieder richtig an. Und sollte ab Mai der Frühling wirklich Einzug halten, könnten die 280 Stellplätze schnell ausgebucht sein. Bis dahin sind die hartgesottenen Kälte-Camper unter sich.

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j.doebereiner@nordkurier.de

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