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Kaputte Ortsdurchfahrt: Geschüttelt, nicht gerührt

Auch eine Art von Panorama: In Jabel gibt es Brummis, so weit das Auge reicht. Die bringen die Ortschaft regelmäßig zum Beben und die Anwohner um den Schlaf.  FOTOs: c. schönebeck
Auch eine Art von Panorama: In Jabel gibt es Brummis, so weit das Auge reicht. Die bringen die Ortschaft regelmäßig zum Beben und die Anwohner um den Schlaf. FOTOs: c. schönebeck

VonCarsten Schönebeck

Es wurde gekämpft, geschimpft, gestritten. Jetzt gibt es ein Hoffnungszeichen für die Schlaflosen in Jabel. Mitarbeiter des Straßenbauamtes haben die marode Ortsdurchfahrt in Augenschein genommen.

Jabel.Diesmal bremsen sie. Kaum ein Wagen, der sich am Montagnachmittag nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung in Jabel hält. „Das liegt nur an den Warnwesten“, sagt Helga Richter von der Bürgerinitiative Ortsdurchfahrt. Zwei Männer in Signalorange kontrollieren den Zustand der Straße. Begleitet von einem guten Dutzend Einwohner. Risse, Buckel, Schlaglöcher – eine Holperpiste zwischen Ortsein- und -ausgang. „Man kann richtig sehen, wie die Laster springen“, sagt Hans-Joachim Conrad, Dezernent im Straßenbauamt Neustrelitz.
Bürgermeister Johannes Güssmer (CDU) und die Gemeindevertretung hatten seit Wochen auf einen Termin mit den Asphalt-Experten gedrängt. „Bevor wir Demonstrationen organisieren, wollen wir es ja noch mal mit ruhigen Worten versuchen“, sagt Güssmer.
Der Besuch kam nicht zu früh. Sogar die Entwässerung der Straße funktioniert nicht mehr richtig. Weil das Wasser in den Schlaglöchern steht, aber auch, weil die Gullys verstopft sind. Der Lärm und die Vibration der Straße bereiten den Anwohnern schlaflose Nächte. Denn die Laster bringen so manches Teeservice zum Klirren. „Mit Verkehrsberuhigung ist hier nicht viel geholfen“, sagt auch Amtsleiter Jens Krage. Von Brems-Schwellen rät er ab. „Die sorgen nur dafür, dass die Autos noch mehr bremsen und beschleunigen. Das macht richtig Lärm.“
Es hilft nichts, eine neue Straße muss her. Angefangen bei der untersten Tragschicht und den Leitungen. „Alles andere ist kurzfristiges Flickwerk“, sagt Krage. Doch für so eine Sanierung gibt es kurzfristig kein Geld. In acht oder zehn Jahren könne man das realisieren. Vorher sollten sich die Jabeler keine Hoffnung machen, so Krage. Flickwerk muss reichen.
„Das Stück von der Kirche zum Ortsausgang Richtung Silz ist am schlimmsten“, attestiert Hans-Joachim Conrad. Er weiß, wie umkämpft die Mittel für Straßensanierungen sind. Trotzdem sollen in Jabel bald die Bagger rollen. „Hier ist es wirklich besonders dringend“, sagt er. 150 Meter Straße sollen neu asphaltiert werden, für rund 36000 Euro. Im östlichen Ortsteil sollen zumindest Dellen gefräst und Löcher gefüllt werden. Eine glatte Straße bis zum Jahresende.
Bliebe noch eines zu klären. Schließlich machen auch die Bauarbeiten Lärm. „Nicht dass sie sich dann über uns beschweren“, sagt Conrad. „Keine Sorge, dass ertragen wir auch noch“, entgegnet Helga Richter.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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