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Kleiner Park, große Sorgen

Erhard Reimer ist zufrieden mit dem Anblick, den die Anlagen in Malchow jetzt bieten. Er hofft, dass das auch so bleibt.  FOTO: Petra Konermann
Erhard Reimer ist zufrieden mit dem Anblick, den die Anlagen in Malchow jetzt bieten. Er hofft, dass das auch so bleibt. FOTO: Petra Konermann

VonPetra Konermann

Sie werden nur lapidar „Anlagen“ genannt, sind aber ein echtes Kleinod. Der kleine Park rund um die Stadtkirche Malchow erlebt eine neue Blüte, die aber oft genug beschmutzt wird.

Malchow.Das „Frauchen“ von Bine und Daisy, zwei kleinen Hunde-Damen, hält in einem Papiertaschentuch weit von sich gestreckt die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Ab damit in den Papierkorb! Erhard Reimer, Geschäftsführer der Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft (BQS), sieht‘s mit Wohlwollen. Weiß er doch aus Erfahrung, dass nicht alle Malchower so umsichtig sind beim Gassi-Gehen in den „Anlagen“.
„Oft es es sehr schlimm mit dem Hunde-Kot, vor allem für unsere Mitarbeiter, die hier mähen und die Anlagen sauber halten.“ Seit knapp einem halben Jahr läuft das BQS-Projekt, in dem Langzeitarbeitslose fit gemacht werden sollen für den ersten Arbeitsmarkt und in dem sie sich vor allem um die „Anlagen“ kümmern.
Ein wertvolles Gelände, wie Erhard Reimer findet: Alter Baumbestand spendet Schatten auch an heißen Tagen, befestigte Wege laden zum Spazierengehen, Bänke zum Ausruhen ein – ein würdevoller Rahmen für die Stadtkirche. Dass das hier bis vor kurzem nicht so rosig ausgesehen hat, daran kann sich Reimer noch gut erinnern. Hohes Gras, verwilderte Wege, keine Papierkörbe, keine Bänke. „Es war richtig viel Arbeit, das hier wieder ordentlich zu machen. Wir haben Papierkörbe und Bänke gebaut, Gras gemäht, Hecken beschnitten, Wege geharkt“, sagt Reimer und ärgert sich. Denn nach wie vor ist Hunde-Kot auf den Rasenflächen zu finden. Die drei Schilder, die die BQS aufgestellt hat, um Hundehalter an ihre „Aufräumpflicht“ zu erinnern, sind geklaut worden, die Papierkörbe gestohlen. „Jeden Morgen muss ein Mitarbeiter von uns hierher, um hier an dem Denkmal mitten in den Anlagen den Müll aufzusammeln.“ Die Hinweisschilder in Sachen Hunde-Kot sind längst nachbestellt, die von BQS-Mitarbeitern neu gebauten Papierkörbe wurden einbetoniert, der Müll wird weiter jeden Tag aufgesammelt – Malchower stemmen sich gegen Nachlässigkeit ihrer Mitbürger. „Es wäre schön, wenn die Arbeit unserer Mitarbeiter mehr geachtet werden würde“, findet Erhard Reimer.
Noch bis Februar 2014 läuft in den Anlagen das BQS-Projekt, gerne würde Reimer es weiter führen. Nicht nur, um die geputzten Anlagen weiterhin in Schuss zu halten. „Für unsere Mitarbeiter ist diese Arbeit auch eine Chance, auf den ersten Arbeitsmarkt zu kommen“, sagt der Geschäftsführer. Keine leeren Worte: Mitarbeiter, die zum Beispiel bei der BQS einen Motorsägen-Lehrgang absolvierte haben, sind mittlerweile fest angestellt. Genauso wie der Kollege, der in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb eine Anstellung fand.

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p.konermann@nordkurier.de

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