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Landwirte üben Kritik an Massentierhaltung

VonCarsten Schönebeck

Wirtschaftlichkeit ist
wichtig, aber nicht alles.
Die Bauern in der Müritzregion hoffen auf mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Waren.„Wir brauchen hier keine überdimensionierten Geldfabriken“, fasst Thomas Diener zusammen. Der Präsident des Bauernverbandes Müritz macht keinen Hehl daraus, dass er sich in Fragen der Tierhaltung auch gegen seinen Landesverband stellt. Für Projekte der Massentierhaltung könnten sich die Mitglieder des Verbandes kaum erwärmen.
Dabei geht es den Landwirten vornehmlich um ihre menschlichen Nachbarn. Geruchsbelästigungen, zunehmender Lieferverkehr und eine Verschandelung der Landwirtschaft: In all diesen Fragen müsse man auch mit den Anwohnern der jeweiligen Orte ein Auskommen finden. Die Wahrnehmung der Landwirtschaft in Politik und Bevölkerung war Thema der gestrigen Tagung des Verbandes in der Warener Müritz-Akademie.
Transparenz sei inzwischen unerlässlich für Landwirtschaftliche Projekte, so Diener. Auch wenn so manche romantische Vorstellung nicht Realität werden könnte. „Die Zeiten, in denen jeder drei Rinder und fünf Hühner gehalten hat, sind nun mal vorbei.“, so Diener. Auch wenn in den Supermärkten vor allem günstige Produkte gefragt seien, gäbe es in der Region keinen Bedarf für „überdimensionierte Anlagen wie in Alt Tellin“.
Dazu käme, dass solche Projekte der Region und den Bürgern vor Ort nur wenig nutzen. Der Profit fließe an Gesellschaften, die bundesweit oder international agieren. Der Bauernverband stehe vor allem für inhabergeführte Betriebe.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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